Saudi-Arabien tötet verbündete Kämpfer im Jemen | Aktuell Welt | DW | 09.08.2015
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Aktuell Welt

Saudi-Arabien tötet verbündete Kämpfer im Jemen

Im Jemen hat die von Saudi-Arabien geführte Militärallianz zusammen mit den regierungstreuen Kämpfern die Provinzhauptstadt Sindschibar erobert. Dabei hat das Bündnis auch 20 eigene Kämpfer durch Friendly Fire getötet.

Das berichten jemenitische Behörden und regierungstreue Kämpfer. Der Vorfall ereignete sich demnach bereits am Samstag. Die getöteten Kämpfer seien auf einer Straße im Süden in Richtung Sindschibar unterwegs gewesen. Die von Saudi-Arabien geführte Militärallianz unterstützt die Bodentruppen mit Bombardements aus der Luft. Warum genau die Bomben versehentlich auf die verbündeten Kämpfer abgeworfen wurden, ist unklar. Die strategisch wichtige Provinzhauptstadt konnte schließlich von der Militärkoalition und den regierungstreuen Truppen zurückerobert werden.

Weitere Opfer bei den Gefechten

Bei den Gefechten in und um Sindschibar wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörden von Aden 19 Menschen getötet und 163 verletzt. Die meisten Opfer seien von Sprengfallen getötet worden, die die Rebellen bei ihrem Rückzug gelegt hätten. Unter den Toten sind auch drei Soldaten aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, wie die staatliche emiratische Nachrichtenagentur WAM berichtete. Mindestens zwei weitere emiratische Soldaten wurden seit Beginn der Offensive im März getötet.

Mit der Eroberung von Sindschibar hat die von Saudi-Arabien geführte Koalition einen weiteren Erfolg auf ihrem Vormarsch im Süden erzielt. Die Stadt 50 Kilometer vor Aden war von Kämpfern von Ex-Präsident Ali Abdallah Saleh gehalten worden, der sich mit den schiitischen Huthi-Rebellen verbündet hat.

Erfolge im Süden des Landes

Sindschibar ist die dritte südliche Provinzhauptstadt, die das Lager des nach Riad geflüchteten Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi den Aufständischen wieder entreißen konnte. Im Juli hatte die Allianz gemeinsam mit einheimischen Kämpfern die Stadt Aden im Süden des Landes eingenommen.

Das von Saudi-Arabien angeführte Militärbündnis will Präsident Abd-Rabbu Mansur Hadi wieder an die Macht helfen. Die Huthi-Rebellen halten noch immer die Hauptstadt Sanaa und kontrollieren weite Teile des Landes.

Zahlreiche Zivilisten getötet

Die Kämpfe im Jemen haben nach UN-Angaben bislang fast 4000 Menschen das Leben gekostet, die Hälfte davon Zivilisten. 80 Prozent der rund 20 Millionen Jemeniten sind demnach auf Hilfe und Schutz angewiesen. Der Chef des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Peter Maurer, ist seit Samstag in Sanaa, um sich ein Bild von der humanitären Lage zu machen.

chr/wl (ap, afp, rtr)