Saudi-Arabien sucht nach Wegen aus der Krise | Aktuell Welt | DW | 19.05.2019
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Naher Osten

Saudi-Arabien sucht nach Wegen aus der Krise

Der Außenminister betont den Willen zum Frieden mit dem Iran, und der König lädt zu Krisentreffen in Mekka. Nach den Angriffen auf saudische Öltanker und Pipelines scheint auch Riad der Ernst der Lage bewusst zu werden.

Saudi-Arabiens König Salman (Foto: Getty Images/D. Kitwood)

Saudi-Arabiens König Salman

Im Konflikt mit dem Iran hat Saudi-Arabien erklärt, einen Krieg in der Region vermeiden zu wollen. Riad "will keinen Krieg, sucht ihn nicht und wird alles tun, um ihn zu verhindern", sagte Außenminister Adel al-Dschubeir. Das Land sei aber auch bereit, mit "aller Strenge und Entschlossenheit" zu reagieren, der Ball liege auf der Seite Teherans, so al-Dschubeir.

Inzwischen erklärte auch der Chef der iranischen Revolutionsgarden, General Hossein Salami, dass sein Land keinen Krieg im Nahen Osten anstrebe. Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran hatten Befürchtungen ausgelöst, es könne eine kriegerische Auseinandersetzung am Golf bevorstehen.

Golf-Kooperationsrat und Arabische Liga

Der saudi-arabische König Salman lud derweil Staats- und Regierungschefs von Golfstaaten und arabischen Ländern zu Krisengesprächen ein. Die staatliche Nachrichtenagentur SPA berichtete unter Berufung auf das Außenministerium, Salman habe die Führer des Golf-Kooperationsrats und der Arabischen Liga zu Gesprächen am 30. Mai in Mekka aufgefordert. Dort solle über "die Aggressionen und ihre Auswirkungen auf die Region" gesprochen werden. Der Golf-Kooperationsrat wird von Saudi-Arabien beherrscht, ihm gehören sechs Staaten an, unter anderem Bahrain und Kuwait. Die Arabische Liga zählt mehr als 20 Mitgliedsstaaten.

Saudi-Arabiens Außenminister Adel al-Dschubeir (Foto: Getty Images/AFP/F. Nureldine)

Saudi-Arabiens Außenminister Adel al-Dschubeir

In Saudi-Arabien war am Dienstag eine der wichtigsten Ölpipelines des Landes mit Drohnen angegriffen worden. Dafür machte das sunnitische Saudi-Arabien seinen schiitischen Erzfeind Iran verantwortlich. Energieminister Chalid al-Falih sprach von einem Terrorakt und einem erneuten Versuch, die Sicherheit der weltweiten Ölversorgung zu untergraben. Zu den Attacken bekannten sich die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen aus dem Nachbarland Jemen.

Sabotageattacken auf vier Schiffe

Nur Tage zuvor hatte Saudi-Arabien vor dem Hintergrund wachsender Spannungen zwischen den USA und dem Iran Sabotageattacken auf zwei heimische Öltanker gemeldet, die sich in Gewässern der Vereinigten Arabischen Emirate befanden. Auch zwei weitere Handelsschiffe aus den Emiraten und Norwegen wurden Ziel solcher Attacken. 

Die Spannungen in der Region hatten bereits zuvor zugenommen. Die USA waren vor einem Jahr einseitig aus dem Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen. Teheran kündigte vergangene Woche - genau ein Jahr nach dem Schritt Washingtons - seinerseits an, bestimmte Auflagen aus der Vereinbarung nicht mehr einzuhalten, und drohte binnen 60 Tagen mit weiteren Schritten. Washington verschärfte daraufhin seine Sanktionen gegen den Iran und verlegte Kriegsschiffe und Langstreckenbomber in die Region - mit der Begründung, es gebe Hinweise auf iranische Angriffe gegen US-Truppen.

sti/ehl (afp, dpa, rtr)

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