Saudi-Arabien fängt Rakete aus dem Jemen ab | Aktuell Nahost | DW | 01.12.2017
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Arabische Halbinsel

Saudi-Arabien fängt Rakete aus dem Jemen ab

Die saudische Luftwaffe hat nach eigenen Angaben erneut eine von den Huthi-Rebellen im Jemen abgefeuerte ballistische Rakete zerstört, bevor sie ihr Ziel erreichte. Das Geschoss habe in Richtung Assir gezielt.

Jemen Raketenabschuss (Getty Images/AFP)

Jemenitische Rakete (Archivbild)

Der Flugkörper sei unschädlich gemacht worden, bevor er die im Südwesten des Landes gelegene Provinz Assir erreicht habe, meldeten die staatlichen Medien. Sie berufen sich dabei auf den Sprecher der saudisch geführten Militärkoalition zur Bekämpfung der Huthi-Rebellen im Nachbarland. Bei der Zerstörung der Rakete sei niemand zu Schaden gekommen, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur SPA Militärsprecher Turki al-Maliki.

Huthis sprechen von erfolgreichen Raketenabschuss

Von jemenitischer Seite ist dagegen von einem Erfolg die Rede. Der von den Huthi-Rebellen kontrollierte Fernsehsender Al-Masira verbreitete die Meldung, eine ballistische Mittelstreckenrakete habe ihr Ziel, eine militärische Anlage, mit hoher Präzision getroffen. Der Anführer der Huthi, Abdul Malik al-Huthi, sagte im Sender Al-Masira, die Rebellen wüssten, welche Ziele Saudi-Arabien "großen Schmerz" bereiten würden und wie sie zu erreichen seien.

Zuletzt hatten die Huthi-Rebellen mehrfach Raketen in Richtung Saudi-Arabien abgefeuert. Am 4. November war eine Rakete aus dem Jemen in der Nähe des Flughafens der saudischen Hauptstadt Riad abgefangen und zerstört worden. Daraufhin riegelte das von Saudi-Arabien angeführte Militärbündnis alle Zugänge zum Jemen auf dem See-, Luft- und Landweg ab. Dies wurde damit begründet, dass iranische Waffenlieferungen an die schiitischen Huthi-Rebellen in dem Bürgerkriegsland unterbunden werden sollten. Der Iran bestreitet solche Lieferungen.

Stellvertreterkrieg auf Kosten der Zivilbevölkerung

Unter der Blockade hatte vor allem die Zivilbevölkerung zu leiden. Hilfslieferungen erreichten die Bedürftigen nicht mehr, was international Proteste auslöste. Inzwischen wurde die Blockade gelockert, am vergangenen Samstag landeten erstmals wieder Flugzeuge mit Hilfsgütern und Helfern in der Hauptstadt Sanaa, am Sonntag erreichte ein Schiff mit 25.000 Tonnen Weizen den von Rebellen kontrollierten Hafen Saleef im Westen des Landes.

Der Krieg im Jemen hat laut UN die "schlimmste humanitäre Krise der Welt" ausgelöst. Sieben Millionen Menschen stehen demnach kurz vor einer Hungersnot.

Im Jemen kämpfen seit 2014 vom Iran unterstützte schiitische Huthi-Rebellen und mit ihnen verbündete Militäreinheiten des gestürzten Staatschefs Ali Abdullah Saleh gegen Truppen des international anerkannten sunnitischen Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi. 2015 griff das vom sunnitischen Saudi-Arabien angeführte Militärbündnis ein, um die Aufständischen zu vertreiben. Der Konflikt entwickelt sich immer mehr zu einem Stellvertreterkrieg zwischen den Regionalmächten Iran und Saudi-Arabien um die Vorherrschaft im Mittleren Osten.

qu/se (dpa, afp, rtr)