San Sebastián - Metropole im Baskenland | DW Reise | DW | 19.01.2016
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Reise

San Sebastián - Metropole im Baskenland

Sie hat einen der schönsten Stadtstrände der Welt, ausgezeichnete Sterne-Küche und ist europäische Kulturhauptstadt 2016. San Sebastián hat Besuchern viel zu bieten.

Eine malerische Bucht direkt am Stadtzentrum, ein grünes Umland mit Wiesen und Wäldern sowie Bühne für renommierte Film- und Musikfestivals: Eigentlich bräuchte San Sebastián keine zusätzlichen Attraktionen, um Gäste in die nordspanische Küstenstadt locken. Als Kulturhauptstadt Europa 2016 hat sich die baskische Metropole jedoch etwas Besonderes vorgenommen: Sie will kein Feuerwerk spektakulärer Shows entzünden, sondern die Bürger und Besucher in das kulturelle Programm einbeziehen. "In unserer Stadt hat es schon immer viele kulturelle Initiativen gegeben", sagt Pedro Subijana. Der Starkoch leitet eines der bekanntesten Restaurants in Spanien und war einer der Vorreiter der "neuen baskischen Küche".

Bartheke mit Pintxos in San Sebastián, Kulturhauptstadt Europa 2016

Die Pintxos genannten Köstlichkeiten an Holzspießen

Der Gourmethimmel über San Sebastián

Subijana richtet den "offiziellen Pintxo" an. Pintxos sind eine Spezialität in der Stadt mit den 190.000 Einwohnern, die auf Baskisch Donostia heißt. "Man hatte mich darum gebeten", erzählt Subijana . "Ich habe zugesagt, weil ich mich bei meiner Heimatstadt revanchieren wollte für all das, was sie mir gegeben hat." Im April veranstalten baskische Köche gemeinsam mit etlichen internationalen Küchenchefs unter dem Motto "On appétit" eine Schaukochen-Reihe.

Aufgrund seines milden Klimas diente San Sebastián den spanischen Königen, die der Hitze in Madrid entfliehen wollten, lange Zeit als sommerliche Residenz. Dies führte dazu, dass die Stadt prachtvolle Alleen und Paläste erhielt. Der berühmte Strand La Concha lockt eine halbe Million Touristen im Jahr an.

Strandpromenade La Concha in San Sebastián, Kulturhauptstadt Europa 2016

Flanieren an der Strandpromenade La Concha

Kultur statt Terror

Bis vor wenigen Jahren noch lag ein Schatten auf der Perle an der spanischen Atlantikküste. San Sebastián war wie kaum eine andere spanische Stadt vom Terror der Untergrundorganisation ETA betroffen. Die Überwindung dieses Klimas des Hasses und der Angst war eines der Motive, die San Sebastián zur Bewerbung um die Ernennung zur Europäischen Kulturhauptstadt bewogen hatten. "Die Stadt brauchte etwas, um das Trauma zu überwinden", sagte Pablo Berástegui, Direktor des Projekts San Sebastián 2016. "Die Leute sollten etwas bekommen, das sie an die Zukunft der Stadt glauben lässt."

Das Rathaus von San Sebastián, Kulturhauptstadt Europa 2016

Das Rathaus war früher ein Casino für Kurgäste

Als das Programm vorbereitet wurde, war die ETA noch aktiv. Jahrzehnte lang kämpfte sie gewaltsam für die Unabhängigkeit des Baskenlandes im Norden von Spanien und im Süden von Frankreich. 2011 erklärte die Terrorgruppe "das definitive Ende der bewaffneten Aktivitäten" und verübt seitdem keine Anschläge mehr.

San Sebastián hatte sich auch in Zeiten des Terrors durch ein vielfältiges Kulturleben ausgezeichnet. Die Stadt veranstaltet ein angesehenes Jazzfestival und internationale Filmfestspiele, die zu den wichtigsten in Europa gehören. Zudem verfügt sie über den "Kursaal", ein großes Kongress- und Kulturzentrum des Stararchitekten Rafael Moneo.

Peine del Viento, das Wahrzeichen von San Sebastián, Kulturhauptstadt Europa 2016

Am "Windkamm", dem Wahrzeichen der Stadt

Buntes Programm zum Kulturjahr

Bürgermeister Eneko Goia sagt: "Wir haben seit dem Ende des Terrors einen großen Sprung nach vorne getan. Das sieht man im Alltagsleben der Stadt." San Sebastián will als Kulturhauptstadt ein großes Forum von Ideen sein. Der Direktor Berástegui gab die Devise aus "Die Kultur fürs Zusammenleben". Dafür spielen im Verlauf des Jahres auch über 10.000 Musiker im Rahmen des Europäischen Festivals der Musikschulen in hunderten von Konzerten.

Jazzfestival Jazzaldia in San Sebastián, Kulturhauptstadt Europa 2016

Auf der Bühne: Jamie Cullum und Sängerin Zaz

Das Programm der Kulturhauptstadt umfasst insgesamt rund 60 Projekte in Bereichen Kunst, Tanz, Kino, Musik, Architektur und Gastronomie. Die Veranstalter möchten damit die Stadt vom Image des Terrors und der Gewalt befreien. "Wir wollen die Kultur als einen Faktor des Wandels nutzen", sagte Bürgermeister Eneko Goia. "Sie soll uns dabei helfen, die noch vorhandenen Wunden zu schließen."

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