Sané - Schalker Stimmungskiller | Sport | DW | 20.02.2019
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Champions League

Sané - Schalker Stimmungskiller

Die Gelsenkirchener stehen gegen Manchester City im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League kurz vor einer Sensation. Aber dann kommt die 85. Minute - und ein ehemaliger Schalker Spieler, der alles verdirbt.

Es ein Stimmungsdämpfer, der so hart und so abrupt auf die Schalker einwirkte, als hätten ihnen jemand ganz plötzlich jegliche Luft zum Atmen genommen. Fünf Minuten hatten gefehlt und die Sensation wäre perfekt gewesen. Der Triumph war so nah und platzte doch noch wie ein viel zu schöner Traum. Schon lange hatte kein Ereignis mehr die Emotionen der Besucher in der Schalker Arena so aufgepeitscht wie diese Partie. Am Ende gab es nicht nur auf der Tribüne nur noch rat- und fassungslose Gesichter.

Der FC Schalke 04 hatte das Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League gegen Manchester City in letzter Minute mit 2:3 (2:1) verloren. Und derjenige, der für die späte Wende gesorgt hatte, war erst wenige Minuten zuvor eingewechselt und vom Schalker Publikum mit einem freundlichen Applaus begrüßt worden.

Leroy Sané hatte mit einem unhaltbaren Freistoß aus 30 Metern den Ausgleich erzielt. "Das Tor war unglaublich", schwärmte City-Coach Pep Guardiola nach dem Abpfiff. Raheem Sterling erzielte in der 90. Minute dann auch noch den Siegtreffer für die Engländer, die mit diesem Auswärtssieg wohl schon für das Viertelfinale planen können.  

Viel Kampf und Einsatz

"Ich bin glücklich darüber, dass wir doch noch gewonnen haben. Es war ein schwieriges Spiel für uns. Ich weiß, wie die Atmosphäre hier ist und die Zuschauer nach vorne pushen. Aber wir hören nicht auf und wissen, welche Qualitäten wir haben und wir unsere Chancen noch bekommen werden. Das war diesmal auch wieder so", sagte der 23-Jährige Sané. Mitleid mit seinem ehemaligen Klub? Fehlanzeige.

Die Schalker hatten gerackert, gekämpft, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten so gut es geht behauptet. Eine derartige Defensiv-Leistung hatte ihnen kaum noch jemand nach den tristen Spielen in der jüngeren Vergangenheit in der Bundesliga zugetraut. Die Spielkontrolle hatten sie aber nie erlangt. Selbst in Überzahl ab der 68. Minute - nach Gelb-Roter Karte für Nicolas Otamendi - hatten sie viel zu selten den Ball, um das Spiel kontrollieren und bestimmen zu können. Manchester City hatte 61 Prozent Ballbesitz auf fremden Platz.

Bentaleb verwandelt zwei Elfmeter

Fußball Champions League FC Schalke 04 - Manchester City 2:1 (Reuters/Action Images/M. Childs)

Nabil Bentaleb trifft vom Elfmeterpunkt für Schalke

In der eigenen Hälfte stimmte bei den Königsblauen - bis auf den Aussetzer von Torhüter Ralf Fährmann vor dem 0:1 in Hälfte eins -  sehr lange sehr viel. Vorne halfen zwei Ungeschicklichkeiten der Manchester Spieler, die gleich zu zwei Elfmetern für das Team von Trainer Domenico Tedesco führten. Nabil Bentaleb verwandelte beide zu einer sich lange Zeit anbahnenden Sensation (38./45.). "Wir hatten heute das Quäntchen Glück, um den Spielverlauf in diese Richtung zu bringen", sagte S04-Trainer Domenico Tedesco. "Aber wir haben bei Ballbesitz den Ball nicht so gut gehalten. Das müssen wir besser machen. In der Summe sehr schade."

Und so spielte vor allem Manchester City - und die individuelle Klasse des Gegners vor allem in Person von Sané setzte sich spät aber eindrucksvoll durch. "Der Stachel sitzt natürlich tief, das ist sehr bitter. Aber wir wollten uns in der heimischen Arena auch nicht abschießen lassen. Das ist uns auf jeden Fall gelungen", sagte Schalkes Daniel Caligiuri, der nicht so recht wusste, ob er sich trotz des Ärgers nicht auch ein wenig Stolz leisten konnte.   

Starensemble beißt sich lange die Zähne aus 

Das Starensemble hatte sich tatsächlich lange die Zähne ausgebissen an der Schalker Betonabwehr. "Wir sind nicht so gut ins Spiel gekommen, sie haben die Räume sehr gut zugestellt und uns fast keine Torchancen gelassen", sagte Sané und es wirkte fast wie eine Beschwerde. Die Schalker können sich nun auf die Bundesliga konzentrieren. "Wir müssen cleverer werden, das können wir aus diesem Spiel lernen", sagte Tedesco. 

Während Sané überaus zufrieden den Weg in seine neue Heimat antreten konnte, hinterließ er er einen Klub, der mit seinem Schicksal hadert und trotz einer guten Einstellung und viel Engagement irgendwie keinen Weg mehr aus seinem Tief herausfindet.

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