Salisbury nach Anschlag offiziell giftfrei | Aktuell Europa | DW | 01.03.2019
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Spionage

Salisbury nach Anschlag offiziell giftfrei

Experten haben die südenglische Stadt auf der Suche nach Spuren des Nervengifts Nowitschok auf den Kopf gestellt. Ein knappes Jahr nach dem Anschlag auf einen russischen Ex-Spion soll damit jegliche Gefahr gebannt sein.

Großbritannien Salisbury - Der Fall Skripal (picture-alliance/dpa/A. Matthews)

Letzte Tests am früheren Haus der Skripals im Januar

Nach dem Giftanschlag auf den früheren russischen Doppel-Agenten Sergej Skripal und dessen Tochter Julia ist die englische Stadt Salisbury offiziell Nowitschok-frei. Insgesamt seien zwölf Areale auf Spuren des extrem gefährlichen Nervengifts überprüft und gesäubert worden - zuletzt das Haus des Ex-Spions, berichtete die britische Nachrichtenagentur PA.

Das Militär hat sich mit insgesamt 13.000 Arbeitsstunden daran beteiligt. Die Spezialisten werteten etwa 5000 Proben aus. Sie brauchten allein mehrere Monate, um das Haus von Sergej Skripal zu dekontaminieren; die Täter sollen das Gift auf eine Türklinke geschmiert haben.

Nach einem Bericht des Nachrichtensenders Sky News soll das Gebäude ein knappes Jahr nach dem Anschlag wieder als Wohnhaus dienen. Es soll jedoch nicht als Unterkunft für Reisende oder als Touristenattraktion herhalten. Militärexperten sprachen von der längsten Aktion dieser Art, die jemals in Großbritannien stattgefunden hat. Schätzungen zufolge waren bis zu 800 Spezialisten im Einsatz. Zu den untersuchten Arealen gehörte unter anderem das Grundstück eines Restaurants, in dem die Skripals am Tag des Anschlags gegessen hatten.

England | Dekontaminierung im Falle Skripal in Salisbury (Getty Images/M. Cardy)

Selbst die Pflastersteine rund um die Parkbank, auf der die Skripals saßen, wurden entfernt

Vater und Tochter saßen am 4. März des vergangenen Jahres bewusstlos auf einer Parkbank mitten in der südenglischen Kleinstadt. Experten wiesen bei den Opfern das Nervengift Nowitschok nach, das in den 1970er Jahren in der Sowjetunion entwickelt worden war. Den Anschlag sollen nach Überzeugung vieler westlicher Staaten Russen verübt haben, die auf freiem Fuß sind. Moskau weist das zurück. Aus dem Attentat entwickelte sich eine schwere diplomatische Krise. Die beiden Opfer überlebten und sind inzwischen an einem geheimen Ort. Unklar ist, ob sie unter Spätschäden leiden.

Ein Polizist, der als einer der ersten zum Anschlagsort eilte, musste ebenfalls im Krankenhaus behandelt werden. Im vergangenen Juni kam eine Frau in Salisbury durch das Gift ums Leben. Ihr Partner hatte einen offenbar weggeworfenen Flakon mit Nowitschok gefunden und die Flüssigkeit für Parfüm gehalten.

chal/jj (dpa, ape)

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