Sacharow-Preis: Unterstützung für Filmemacher Oleg Senzow | Filme | DW | 25.10.2018
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Russland

Sacharow-Preis: Unterstützung für Filmemacher Oleg Senzow

Mit Petitionen und Kampagnen haben sich Prominente für die Freilassung Oleg Senzows eingesetzt. Der ukrainische Regisseur, der noch immer in russischer Haft ist, bekommt nun den Sacharow-Preis der Europäischen Union.

Der Ukrainer Senzow hatte sich gegen die russische Besetzung der Halbinsel Krim engagiert. 
Die russische Justiz verurteilte ihn 2015 wegen "Bildung einer terroristischen Vereinigung" und "Waffenschmuggels" zu einer 20-jährigen Gefängnisstrafe. Amnesty International kritisierte das Verfahren allerdings als "unfair". Seit 2014 ist Senzow in Haft.

Das Europäische Parlament unterstützt den Filmemacher nun mit der Vergabe des EU-Menschenrechtspreises, dem Sacharow-Preis. Dies ist nicht die einzige Unterstützung, die der 42-Jährige aus dem Ausland erhält.

Internationale Unterstützung für Senzow

Bereits kurz nach Bekanntwerden der Verhaftung Senzows hatten einige der prominentesten Filmregisseure Europas in einem Brief an die russischen Behörden gegen die Festnahme ihres ukrainischen Kollegen protestiert. Unter den Unterzeichnern waren Wim Wenders, Ken Loach und Pedro Almodóvar. Wenig später forderte die Europäische Filmakademie Wladimir Putin auf, die Sicherheit Oleg Senzows zu garantieren. Die Literaturnobelpreisträgerinnen Herta Müller und Swetlana Alexijewitsch starteten eine erste Petition.

2017 protestierten außerdem zwei Mitglieder der russischen Aktivistinnen-Punkband "Pussy Riot" für die Freilassung Oleg Senzows. Die russischen Behörden hielten sie daraufhin mehrere Stunden fest.

Oleg Senzow im Hungerstreik

Im Mai 2018 begann Senzow, für seine Freilassung und die von weiteren politischen Gefangenen aus der Ukraine zu hungern.

Im Juni 2018 veröffentlichte PEN International Kurzgeschichten von Oleg Senzow, verbunden mit einem Appell für seine sofortige Freilassung. Die internationale Vereinigung von Schriftstellern hat diese dringende Forderung wiederholt:

Entsetzen wegen des Hungerstreiks

Auch die Europäische Filmakademie unter der Leitung von Agnieszka Holland und Wim Wenders forderte die sofortige Freilassung des Künstlers. Ebenso wollte der französische Regieverband mit einer Petition Druck aufbauen und Aufmerksamkeit für Senzows Fall schaffen. Unter den Unterzeichnern waren so prominente Künstler wie George Clooney, David Cronenberg, Volker Schlöndorff, Moritz Bleibtreu, Hanns Zischler oder Margarethe von Trotta.

"Imprisoned for Art"

Musikerlegende Peter Gabriel, Hollywoodstar Johnny Depp und viele weitere namhafte Künstler unterstützen zudem die Kampagne "Imprisoned for Art", eine Initiative, die das Recht auf Meinungsfreiheit einfordert und sich für inhaftierte Künstler wie Oleg Senzow engagiert. 

Vor seiner Inhaftierung drehte Senzow die beiden Kurzfilme "A Perfect Day for Bananafish" (2008) und "Das Horn von einem Stier" (2009). Sein erster Spielfilm "Gamer" feierte 2012 beim Internationalen Filmfestival Rotterdam (IFFR) Premiere. Sein nächstes Filmprojekt "Rhino" unterbrach Senzow Ende 2013, weil er sich damals intensiv für die Euromaidan-Protestbewegung einsetzte.

Ende des Hungerstreiks

Senzows Hungerstreik dauerte mehrere Monate an und endete ohne seine Freilassung nach Angaben der Gefängnisleitung Anfang Oktober 2018.

Der Sacharow-Preis soll ihm am 12. Dezember in Straßburg verliehen werden. Er ist mit 50.000 Euro dotiert und wird an herausragende Kämpfer für die Menschenrechte vergeben. 

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