Südkoreas Präsident Moon: Nach dem Gipfel ist vor dem Gipfel | Aktuell Welt | DW | 20.09.2018
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Die beiden Koreas und die USA

Südkoreas Präsident Moon: Nach dem Gipfel ist vor dem Gipfel

Nach seinem Treffen mit dem Machthaber aus Nordkorea rührt der Staatschef in Seoul weiter die Werbetrommel für den Entspannungskurs. Nun ist ein weiterer Gipfel von Kim und US-Präsident Trump das nächste Etappenziel.

Eine größere - symbolische - Gemeinsamkeit ist fast nicht möglich: Nordkoreas Machthaber Kim und der südkoreanische Staatschef Moon auf dem Berg Paektu, der als spirituelle Geburtsstätte der koreanischen Nation verehrt wird Foto: Pyeongyang Press Corps)

Eine größere - symbolische - Gemeinsamkeit ist fast nicht möglich: Nordkoreas Machthaber Kim und der südkoreanische Staatschef Moon auf dem Berg Paektu, der als spirituelle Geburtsstätte der koreanischen Nation verehrt wird

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un wünscht einen baldigen Besuch von US-Außenminister Mike Pompeo in Pjöngjang und einen weiteren Gipfel mit US-Präsident Donald Trump. Das sagte Südkoreas Präsident Moon Jae In nach der Rückkehr vom innerkoreanischen Gipfel aus Nordkorea in Seoul. Bei ihren dreitägigen Gesprächen habe Kim immer wieder seine Bereitschaft zur atomaren Abrüstung und seinen Willen zur wirtschaftlichen Entwicklung seines Landes bekräftigt.

"Politische Erklärung" zum Ende des Korea-Krieges

Moon rief die USA auf, Verständnis für die Position Nordkoreas aufzubringen und "die Gespräche so bald wie möglich wieder aufzunehmen". Er werde bei seinem Treffen am kommenden Montag mit Trump am Rande der UN-Vollversammlung in New York weitere Details seiner Gespräche mit Kim übermitteln, sagte Moon. Nicht alle Punkte ihrer Unterredungen könne er jetzt schon enthüllen. Im weiteren Prozess sollte eine "politische Erklärung" über das Ende des Korea-Krieges (1950-53) "in naher Zukunft" erfolgen. Bei der Erklärung gehe es zunächst um die Beseitigung der Feindseligkeiten. Das sei Teil der "korrespondierenden Maßnahmen", sagte Moon in Anspielung auf die gemeinsame Gipfelerklärung mit Kim, der damit Entgegenkommen der USA gefordert hatte. Eine solche Erklärung über das Ende des Krieges habe einem Friedensvertrag vorauszugehen, der dann noch ausgehandelt werden müsse, sagte Moon. Die koreanische Halbinsel ist heute immer noch im Kriegszustand: Seit dem Ende des Korea-Krieges ist bislang lediglich ein Waffenstillstandsabkommen gültig.

Weißes Haus: Kim weiter zu "Denuklearisierung" bereit 

Moon hatte bereits den ersten Gipfel zwischen Trump und Kim im Juni in Singapur vermittelt, bei dem Kim in eine "Denuklearisierung" seines Landes eingewilligt hatte. Genauere Definitionen, ein Zeitplan oder Kontrollmaßnahmen für den Prozess wurden aber nicht genannt, weshalb die Vereinbarung vielfach als zu vage kritisiert wurde. Vor neun Tagen hatte das Weiße Haus mitgeteilt, Trump habe einen Brief von Kim erhalten, in dem es um ein erneutes Treffen gehe. Die Koordination dieses Gipfels laufe bereits. Das Schreiben dokumentiere Kims fortbestehenden Willen, sich auf die "Denuklearisierung" der koreanischen Halbinsel zu konzentrieren, hieß es.

Als Zeichen der Einigkeit hatten Kim und Moon zum Abschluss ihres Treffens den von allen Koreanern verehrten Berg Paektu besucht. Auf der Spitze des 2744 Meter hohen Berges an der Grenze zu China reichten sie sich lachend die Hände und reckten sie in die Höhe. Der Paektu ist der höchste Berg auf der Halbinsel und gilt gilt als spirituelle Geburtsstätte der koreanischen Nation. 

sti/uh (afp, dpa, rtr)

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