Südkoreanische Firmen importieren Kohle aus Nordkorea | Aktuell Asien | DW | 10.08.2018
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Trotz UN-Sanktionen

Südkoreanische Firmen importieren Kohle aus Nordkorea

Drei südkoreanische Firmen haben mit Importen von Kohle und Eisen aus Nordkorea nach Angaben der Zollbehörden offenbar gegen UN-Sanktionen verstoßen. Die Lieferungen sind über Russland abgewickelt worden.

Nordkorea Eröffnung eines russisch-koreanisches Kohleumschlagterminal (picture-alliance/dpa/Itar-Trass/Y. Smityuk)

Ein nordkoreanisches Kohleumschlagsterminal, das 2014 mit russischer Hilfe errichtet wurde (Archivbild)

Insgesamt mehr als 35.000 Tonnen Kohle und Eisen im Wert von mehreren Millionen Dollar seien zwischen April und Oktober vergangenen Jahres über Russland nach Südkorea eingeführt worden. Das teilte der südkoreanische Zoll mit. Die Zollbehörde will drei Einzelpersonen und drei Unternehmen den Strafverfolgungsbehörden melden und zur Anklage empfehlen. Sieben Straftaten seien festgestellt worden.

Die Kohlelieferungen seien zunächst nach Russland geschickt und dort mit gefälschten Herkunftsdokumenten versehen worden, hieß es. Von dort aus wurden sie den Angaben zufolge nach Südkorea geliefert. "Alle Schiffe, von denen angenommen wird, dass sie UN-Sanktionen verletzt haben, werden beschlagnahmt oder dürfen südkoreanische Häfen nicht mehr anlaufen", teilte die Zollbehörde mit.

Ein Millionen-Dollar-Geschäft

In einem Bericht von UN-Experten hieß es bereits in der vergangenen Woche, Nordkorea exportiere ungeachtet der Sanktionen weiterhin Kohle, Eisen und andere Waren. Dadurch habe die Regierung von Kim Jong Un mehrere Millionen Dollar eingenommen. So umgeht Nordkorea immer wieder die Sanktionen. Die Vereinten Nationen ermittelten bereits im vergangenen Jahr gegen Angola, Kongo, Eritrea, Mosambik, Namibia, Uganda und Tansania. Mit ihnen soll Nordkorea Waffen gehandelt haben und damit gegen ein Embargo der UN verstoßen haben. Mit Syrien soll Nordkorea außerdem an der Herstellung verbotener konventioneller und chemischer Waffen sowie ballistischer Raketen gearbeitet haben. Russland hatte in der Vergangenheit ähnliche Anschuldigungen mehrfach dementiert.

Symbolbild Atombombe (picture-alliance/dpaEPK/KCNA)

Waffenvorführung in Nordkorea (Archivbild von der nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA)

Der UN-Sicherheitsrat hatte die Sanktionen im vergangenen Jahr wegen Nordkoreas Atomprogramm verhängt - eine Erweiterung diverser Resolutionen seit 2006. Die Sanktionen hatten 2017 zum schlimmsten Konjunktureinbruch in dem isolierten Land seit 20 Jahren geführt. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte um 3,5 Prozent laut einem Bericht der südkoreanischen Zentralbank - ein starker Kontrast zum Wachstum um 3,9 Prozent, das die nordkoreanische Wirtschaft noch 2016 erzielte. Nordkorea selbst veröffentlicht keine Daten zu seiner Wirtschaft. Bericht wie die der südkoreanischen Zentralbank sind nur grobe Schätzungen.

Russland und China hatten den UN-Sicherheitsrat zuletzt aufgerufen, Sanktionserleichterungen für Pjöngjang zu erwägen. Die USA dagegen riefen Anfang des Monats dazu auf, den Druck auf Nordkorea durch Sanktionen voll aufrecht zu erhalten, um Nordkoreas nukleare Abrüstung zu erreichen.

jmw/jj (afp, ap)

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