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Südkoreaner jagen Wale

5. Juli 2012

Südkorea will seine wissenschaftliche Forschung ausweiten und dafür wieder Wale fangen. Naturschützer sind verärgert. Sie befürchten, dass damit das weltweite Walfangverbot umgangen werden soll.

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Ein Minkwal, von einer Harpune getroffen (Foto: AP/Greenpeace )
Bild: AP/Greenpeace

Südkorea will den Walfang wieder erlauben - wie es heißt, zu wissenschaftlichen Zwecken. Das Land folgt damit wenigen anderen Ländern, die sich auf Ausnahmeregelungen berufen. Die Entscheidung verkündete die Delegation des Landes bei der Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) in Panama-Stadt. Der Leiter der Delegation, Joon-Suk Kang, erklärte, die Population der Minkwale vor der Küste Südkoreas habe sich erholt. Fischer beschwerten sich zudem, die wachsende Zahl der Wale sorge für einen Rückgang bei den Fischbeständen. Zudem gehe der Verzehr von Walfleisch in Südkorea "bis in historische Zeiten zurück". Deshalb habe man die Hoffnung, dass die Walfangkommission der südkoreanischen Entscheidung folge und die Waljagd wieder erlaube.

"Gründe vorgeschoben"

Südkorea will wieder Jagd auf Wale machen

Naturschützer reagierten schockiert auf die Pläne Südkoreas. Sie befürchten, dass damit das weltweite Walfangverbot umgangen werden soll. Der World Wildlife Fund erklärte, die Darstellung, die Walpopulation habe sich erholt, sei wissenschaftlich nicht begründet. Greenpeace kritisierte, die Argumente Südkoreas seien vorgeschoben. Es handele sich um kommerziellen Walfang in anderer Form.

Die Regierung in Seoul orientiert sich mit ihrem Vorstoß vor allem am Nachbarn Japan. Tokio begründet schon seit dem Verbot des kommerziellen Walfangs im Jahr 1986 die fortgesetzte Jagd mit wissenschaftlichen Zielen. Zu Beginn der Tagung in Panama hatte Japan gemeinsam mit anderen Fangnationen die Einrichtung eines Walschutzgebietes im Südatlantik durch die IWC verhindert.

Ein Wal wird an Bord eines japanisches Schiffes geholt
Nach der Jagd mit der Harpune: Ein Wal wird an Bord eines japanisches Schiffes geholt

Gegner und Befürworter

Seit 1986 verbietet ein Moratorium der Internationalen Walfangkommission die kommerzielle Jagd auf Wale. Ausnahmen gibt es für wissenschaftlichen Walfang und für einige Völker in Alaska, Grönland und Sibirien, für die Wale ein wichtiger Bestandteil der Nahrung sind. Insbesondere Japan, Norwegen und Island fangen derzeit Wale unter Berufung auf Ausnahmegenehmigungen.

Die IWC wurde 1946 gegründet. Sie ist keine Walschutzorganisation. Ursprünglich sollte sie vielmehr Fangquoten festlegen, die den Bestand der Wale nicht gefährden und den Fang damit langfristig sichern. Heute stehen sich Gegner und Befürworter des Walfangs in der IWC unversöhnlich gegenüber. Das jährliche Kommissionstreffen hatte am vergangenen Montag in Panama begonnen und endet am Freitag.

hp/gmf (dpa, rtr, afp)