Russlands Medienaufsicht geht gegen die BBC vor | Aktuell Europa | DW | 21.12.2018
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Pressefreiheit

Russlands Medienaufsicht geht gegen die BBC vor

Moskau nimmt den britischen Sender ins Visier - als Reaktion auf ein ähnliches Vorgehen der britischen Medienaufseher gegen einen russischen Sender. Der Vorwurf des Kreml gegen die BBC: tendenziöse Berichterstattung.

Es werde untersucht, ob BBC World News mit seinen Berichten und in seinem Internetangebot gegen russische Gesetze verstoßen habe, teilte die Medienaufsicht Roskomnadsor in Moskau mit. Diese Entscheidung stehe im Zusammenhang mit dem Vorgehen der britischen Medienaufsichtsbehörde Ofcom, die dem Sender Russia Today (RT) vorgeworfen hatte, im Frühjahr in insgesamt sieben Fällen parteiisch berichtet zu haben.

Am Donnerstag hatte Ofcom erklärt, der kremlnahe Sender RT habe in der Berichterstattung über die Vergiftung des früheren Spions Sergej Skripal und dessen Tochter gegen die Regeln verstoßen. "Wir haben RT gesagt, dass wir beabsichtigen, eine gesetzliche Sanktion zu erwägen." Eine Sprecherin des russischen Außenministeriums erklärte, die Einmischung der britischen Regierung in die Aktivitäten russischer Medien lasse Moskau keine andere Option, als mit vergleichbaren Schritten zu reagieren.

Kreml übt weitreichende Kritik an BBC

Der Sprecher von Präsident Wladimir Putin, Dmitri Peskow, bestätigte den Zusammenhang zwischen der nun angeordneten Überprüfung der BBC und dem Vorgehen der britischen Medienaufsicht gegen den Sender RT. Zudem warf Peskow dem britischen Sender vor, in Teilen seiner Berichterstattung tendenziös und politisch motiviert zu sein. Die Berichterstattung der BBC habe seit langer Zeit viele Fragen aufgeworfen, sagte Peskow. Das betreffe sowohl Berichte über die Politik in Russland wie auch über die russische Rolle im Syrien-Konflikt.

BBC weist Anschuldigungen zurück

Die BBC betonte in einer ersten Reaktion, die Arbeit des Senders in Russland stehe voll in Einklang mit russischen Gesetzen und diene einzig dem Ziel, unabhängige Nachrichten zu recherchieren und zu berichten.

Der ehemalige russische Doppelagent Skripal und seine Tochter waren im März vor einem Einkaufszentrum in der südenglischen Stadt Salisbury bewusstlos aufgefunden worden. Nach Angaben britischer und internationaler Chemiewaffeninspektoren wurden sie mit dem in der Sowjetunion in den 70er und 80er Jahren entwickelten Nervengift Nowitschok attackiert. Großbritannien und andere westliche Staaten machen dafür Russland verantwortlich. Die Regierung in Moskau hat dies mehrfach vehement zurückgewiesen.

qu/as (rtr, dpa, afp, ape)

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