Russland präsentiert Grigorjewa-Mörder | Aktuell Europa | DW | 25.07.2019
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Mordfall

Russland präsentiert Grigorjewa-Mörder

Das ging schnell. Nur wenige Tage nach dem gewaltsamen Tod der russischen LGBT-Aktivistin Jelena Grigorjewa in St. Petersburg hat die Polizei einen tatverdächtigen Kirgisen festgenommen.

Russland, Jelena Grigorjewa (AFP/O. Maltseva)

Jelena Grigorjewa (Archivfoto)

Im Mordfall Jelena Grigorjewa ist ein 1981 geborener Mann aus der früheren Sowjetrepublik Kirgisistan festgenommen worden, wie das russische Ermittlungskomitee mitteilte. Der Mann sei bereits vorbestraft. Die Ermittler hätten außerdem Beweise, dass der Mord im Rahmen eines "persönlichen Konflikts" stattfand. Der Verdächtige habe "im betrunkenen Zustand" Grigorjewa acht Mal mit einem Messer in Gesicht und Rücken verletzt. Überdies betonten die Ermittler, dass Grigorjewa "ein asoziales Leben" geführt und "oft Alkohol getrunken" habe, unter anderem mit ihrem mutmaßlichen Mörder.

Grigorjewa war in St. Petersburg als Aktivistin für die Rechte von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgender (LGBT) bekannt. Die 41-Jährige nahm regelmäßig an Demonstrationen für LGBT-Rechte teil. Zudem beteiligte sie sich an Protesten für politische Gefangene und gegen die russische Annexion der Krim.

LGBT-Organisation äußert Zweifel

Nach Angaben aus dem Umfeld von Grigorjewa war sie wegen ihrer Haltung bedroht worden. Die St. Petersburger LGBT-Organisation Wichod äußerte Zweifel an den Ermittlungsergebnissen und forderte die Veröffentlichung der angeblichen Beweise für einen "persönlichen Konflikt" als Motiv.

Die LGBT-Bewegung hat es in Russland schwer. Dort war Homosexualität bis 1993 verboten, bis 1999 stand gleichgeschlechtliche Liebe auf der Liste der Geisteskrankheiten. Anfeindungen und Angriffe auf Homosexuelle gibt es regelmäßig.

nob/wa (afp, dpa)

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