Russland-Affäre: Weiterer Trump-Anwalt steigt aus | Aktuell Amerika | DW | 02.05.2018
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USA

Russland-Affäre: Weiterer Trump-Anwalt steigt aus

Der führende Anwalt von US-Präsident Trump für die Russland-Ermittlungen hört auf. Ty Cobb gehe in den Ruhestand, teilte das Weiße Haus mit. Berichten zufolge gab es Streit über die Strategie für die Ermittlungen.

Im Anwaltsteam von US-Präsident Donald Trump gibt es einen weiteren Abgang. Trumps Sprecherin Sarah Sanders bestätigte einen entsprechenden Bericht der "New York Times", nach dem der 68-jährige Ty Cobb (Artikelbild) durch den Washingtoner Anwalt Emmet Flood ersetzt wird.

Flood solle den Präsidenten und die Regierung im Kampf gegen die "Hexenjagd" repräsentieren, sagte Sanders - mit diesem Schlagwort bezeichnet Trump regelmäßig die Russland-Affäre. Wer die Leitung des Anwaltsteams übernehmen soll, ließ die Sprecherin allerdings offen.

Hohe Fluktuation in Trumps Anwaltsteam 

Cobb war erst im August als Rechtsberater des Präsidenten angeheuert worden, nachdem sein Vorgänger John Dowd im März sein Mandat niedergelegt hatte. Eine weitere Neubesetzung gab es vor knapp zwei Wochen, als Trump seinen langjährigen Vertrauter Rudolph Giuliani, Ex-Bürgermeister von New York, ins Team holte.

Das Anwaltsteam ist für den Umgang mit dem Sonderermittler Robert Mueller zuständig. Mueller ermittelt zu den mutmaßlichen russischen Interventionen zugunsten Trumps im Wahlkampf, untersucht die Moskau-Kontakte des Trump-Teams und geht dem Verdacht der Justizbehinderung durch den heutigen Präsidenten nach.

Medien: Streit über die richtige Strategie

Umstritten war im Weißen Haus in den vergangenen Wochen laut Medienberichten vor allem, ob Trump sich auf eine persönliche Vernehmung durch Mueller einlassen sollte oder nicht. Ex-Teamchef Dowd hielt dies demnach für zu riskant und riet dem Präsidenten ab. Insgesamt soll er generell für einen kooperativen Umgang mit dem Sonderermittler geworben haben. Auch der nun scheidende Cobb galt als Vertreter einer kooperativen Strategie.

Emmet Flood (picture-alliance/AP/dpa/Willams & Connolly LLP/M. Rauch)

Emmet Flood hat schon Erfahrung mit Präsidenten

Sein Nachfolger Flood vertrat bereits den früheren Präsidenten Bill Clinton während dessen Amtsenthebungsverfahren im Lewinsky-Skandal. Das Verfahren im Kongress war eingeleitet worden, weil Clinton seine Affäre mit der Praktikantin Monica Lewinsky zu verschleiern versucht hatte. Es scheiterte im Februar 1999.

Flood und seinen Kollegen befinden sich weiter in einer schwierigen Lage: Laut "Washington Post" soll der Sonderermittler den Trump-Anwälten gedroht haben, den Präsidenten zu einer Befragung durch ein Geschworenengremium ("Grand Jury") vorzuladen, sollte er seine Vernehmung durch die Ermittler verweigern. 

cw/gri (afp, dpa, rtr)

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