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Politik

Russischer U-Boot-Unfall: Brandursache klar

4. Juli 2019

Nach ersten Untersuchungen kommen russische Experten zu dem Schluss, dass der Brand auf dem U-Boot im Batterieraum ausgebrochen war. Bei dem Vorfall am vergangenen Montag starben 14 Seeleute.

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Russland Nordflotten-Basis Seweromorsk
Stützpunkt der russischen Nordflotte in Seweromorsk Bild: Reuters

Der Hauptgrund für das Feuer sei nun festgestellt worden, schrieb der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu in einem Bericht an Staatschef Wladimir Putin, der auf der Internetseite des Kremls veröffentlicht wurde. Der Brand sei im Batterieraum ausgebrochen und anschließend gelöscht worden. Das U-Boot solle nun so schnell wie möglich repariert werden und wieder zum Einsatz kommen. Der Atomreaktor des U-Boots sei nicht von dem Brand betroffen gewesen, teilte das russische Verteidigungsministerium mit.

Russland | U-Boot AS-12 | Treffen Putin Schoigu
Russlands Präsident Wladimir Putin und Verteidigungsminister Sergej Shoigu (rechts)Bild: Reuters/Kreml/Sputnik/A. Druzhinin

Die Tageszeitung "Kommersant" berichtete unter Berufung auf Militärkreise, dass das Feuer offenbar durch einen Kurzschluss in der Schaltzentrale ausgelöst wurde und Kabel oder Öl in Brand setzte. Durch das Belüftungssystem sei der Rauch dann in die anderen Bereiche des U-Boots verteilt worden. Der Besatzung blieb demnach nicht genug Zeit, sich zu schützen. Lediglich fünf überlebenden Besatzungsmitgliedern sei es gelungen, das Feuer zu löschen und das U-Boot wieder nach oben zu befördern.

Forschungsboot?

Es ist das erste Mal seit dem Unglück, dass Russland einräumte, dass es sich um ein atombetriebenes U-Boot handelte. Der Kreml hatte bislang erklärt, es habe sich um ein Tiefsee-U-Boot auf einer Mission zur Erforschung des Meeresbodens gehandelt. Da sich jedoch ranghohe Armeeoffiziere an Bord befanden, wird vermutet, dass es sich um keinen gewöhnlichen Einsatz handelte. Zuvor hatte der Kreml noch mitgeteilt, keine detaillierten Informationen zu dem Unglück bekanntzugeben, da es sich um "Staatsgeheimnisse" handele.

Moskaus schleppende Veröffentlichung von Informationen erinnert daran, wie die Sowjetunion mit der Katastrophe des Kernkraftwerks von Tschernobyl 1986 und Russland mit dem tödlichen U-Boot-Unfall mit der "Kursk" im Jahr 2000 umgegangen ist.

cgn/pg (afp, rtre)