Russischer Journalist Golunow kommt frei | Aktuell Europa | DW | 11.06.2019
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Pressefreiheit

Russischer Journalist Golunow kommt frei

Der internationale Druck war beispiellos. Jetzt reagiert die Führung in Moskau und nimmt die Vorwürfe gegen Iwan Golunow zurück. Der Enthüllungsjournalist hatte Korruption aufgedeckt.

Ivan Golunov (picture-alliance/dpa/Globallookpress.com)

Ivan Golunow bei einer gerichtlichen Anhörung am Samstag

Fünf Tage nach seiner Festnahme ist der russische Enthüllungsjournalist Iwan Golunow wieder auf freiem Fuß. Das russische Innenministerium teilte mit, der Vorwurf des Drogenhandels gegen den 36-Jährigen sei aufgehoben worden. Wegen der Festnahme sollen zwei ranghohe Polizeibeamte ihre Posten verlieren. Unter Tränen dankte der Journalist seinen Unterstützern und kündigte an, er werde weiter investigativ arbeiten.

Golunow, der für das unabhängige Investigativ-Portal "Medusa" arbeitete, war am Donnerstag in Moskau festgesetzt worden, später stand er unter Hausarrest. Die Polizei hatte erklärt, sie habe in seinem Rucksack und in seiner Wohnung "große Mengen" an Rauschgift gefunden. Golunow gab dagegen an, die Drogen seien ihm untergeschoben worden. Auch Golunows Arbeitgeber "Medusa" und sein Anwalt wiesen die Anschuldigung zurück. Sie warfen den Behörden vor, Golunow für seine Recherchen bestrafen zu wollen.

Dunkle Geschäfte im Rathaus

Golunow recherchierte zuletzt über Korruption in der Moskauer Stadtverwaltung. Am Samstag ordnete ein Haftrichter zunächst zwei Monate Hausarrest an. Seine Anwälte legten am Dienstag Berufung ein und verlangten die sofortige Freilassung Golunows. Die Festnahme hatte internationale Proteste ausgelöst. Der Journalist war zwischenzeitlich in ein Krankenhaus eingeliefert worden - mit Verletzungen, die ihm mutmaßlich im Polizeigewahrsam zugefügt worden waren.

jj/sti (dpa, afp)

Die Redaktion empfiehlt