Russische Sportler hoffen weiter auf CAS | Sport | DW | 08.02.2018
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Olympische Winterspiele 2016

Russische Sportler hoffen weiter auf CAS

Das Ringen um die Teilnahme russischer Sportler bei den Olympischen Winterspielen geht weiter. In 13 Fällen erklärt sich der Sportgerichtshof CAS für nicht zuständig. Unterdessen schickt der Kreml sanfte Ermahnungen.

Eine Entscheidung auf Raten: Das Ad-Hoc-Gericht des Internationalen Sportgerichtshof CAS hat die Klage von 13 Russen für eine Teilnahme an den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang abgewiesen. Das Gericht erklärte sich für nicht zuständig. Die Klage sei eingereicht worden, als das Schnell-Gericht in Pyeongchang noch gar nicht geöffnet hatte, so die formelle Erklärung.

Die 13 russischen Sportler, Ärzte, und Trainer hatten bei dem Ad-Hoc-Gericht dagegen geklagt, dass sie keine Einladung für die Winterspiele erhalten hatten. Betroffen sind unter anderem der frühere Eisschnelllauf-Weltmeister Pavel Kulischnikow und Shorttrack-Läuferin Tatjana Borodulina. Die genaue Urteilsbegründung werde am Freitag veröffentlicht, hieß es.

Der Freitag ist in dieser Angelegenheit ohnehin ein spannender Tag. Nicht nur, weil dann die Olympischen Winterspiele feierlich eröffnet werden. Sondern auch, weil der CAS dann weitere 47 Fälle von russischen Sportlern und Trainern behandelt. Auch sie hatten wegen Verstößen gegen die Anti-Doping-Richtlinien bei den Winterspielen 2014 in Sotschi keine Einladung erhalten. Zu den betroffenen Athleten gehören Shorttrack-Ikone Wiktor Ahn und Biathlon-Star Anton Schipulin. Am Freitag um 11 Uhr Ortszeit (03.00 Uhr MEZ) will der CAS die Urteile verkünden.

"Hoffentlich haben wir bald eine Entscheidung"

Im Moskau baut man auf die Richter, nachdem sich das Internationale Olympische Komitee (IOC) zuletzt bemüht hatte, auf Distanz zum russischen System zu gehen. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow rief dazu auf, den CAS-Beschluss zu respektieren und umzusetzen. IOC-Präsident Thomas Bach hatte sich zuletzt mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht äußern wollen. Er sagte nur: "Hoffentlich haben wir bald eine Entscheidung."

Karikatur Olympia Thomas Bach

Vorne: ein russischer Biathlet. Hinten: Thomas Bach, der auf Russisch "Nicht schießen!" ruft. Eine Karikatur zum Verhältnis zwischen Moskau und dem Herrn der Ringe.

Sollten die russischen Athleten erfolgreich sein, könnten sie das 168-köpfige Team der "Olympischen Athleten aus Russland" (OAR) ergänzen, die ohne Hymne, Flagge und Nationaltrikots antreten. Bei der Eröffnungsfeier wird ihnen ein Helfer vorangehen, der die Flagge des IOC trägt: die fünf olympischen Ringe auf weißem Grund.

Stanislaw Podniakow, Chef de Mission des OAR-Teams, sagte, es sei nicht wichtig, unter welchem Teamnamen seine Athleten antreten: "Die Leute wissen doch alle, dass wir Russen sind." Im neuen Mixed-Wettbewerb der Curler waren am Morgen die ersten OAR-Athleten in schlichten weißen Polohemden und schwarzen Hosen zu ihrem Wettkampf angetreten.

 

ml/sw (dpa, SID)