Rubens-Gemälde mit bewegter Geschichte wird versteigert | Kunst | DW | 28.06.2018
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Auktion

Rubens-Gemälde mit bewegter Geschichte wird versteigert

Ein dem flämischen Maler Peter Paul Rubens zugeschriebenes Gemälde aus dem Jahr 1600 wird in Südafrika versteigert. Ein jüdischer Arzt aus Deutschland hatte es auf der Flucht vor den Nationalsozialisten gerettet.

Ruft man die Webseite des Auktionshauses Stephan Welz & Co. auf, blicken einen die nachdenklichen Augen eines nicht mehr ganz jungen Mannes an. Sie signalisieren ein seltenes Highlight bei Versteigerungen: Die Kunsthändler mit Sitz im südafrikanischen Johannesburg haben das Gemälde "Porträt eines Gentlemans" von Peter Paul Rubens ausgelobt. Noch bis Freitag (29.06.2018) ist es in Kapstadt zur Vorbesichtigung ausgestellt.

Lange Zeit wurde das etwa 50 mal 40 Zentimeter große Porträt eines Mannes dem Maler Frans Pourbus dem Jüngeren (1569 - 1622) zugeschrieben. Doch seit Anfang des 20. Jahrhunderts steht fest, dass es sich bei dem Gemälde um einen echten Rubens handelt. Und das hat eine bewegte Geschichte, wie Luke Crossley, Kunstexperte des Auktionshauses, erzählt.

Frankfurt Städelmuseum Rubens Kraft der Verwandlung (KHM-Museumsverband)

Peter Paul Rubens im Selbstporträt um 1638 - Das Bild der Wiener Gemäldegalerie war bis Anfang Juni 2018 in einer umfangreichen Rubens-Ausstellung des Frankfurter Städtel Museums zu sehen.

Ein deutscher jüdischer Arzt hatte das Ölgemälde 1925 von einem Kunsthändler in Amsterdam erworben. Als ihm Anfang der 1930 Jahre durch Gespräche mit Patienten immer klarer wurde, welche Bedrohung die Nationalsozialisten darstellten, entschloss er sich, Deutschland zu verlassen. "Vorher nahm der Arzt das Angebot eines Patienten an, sein Hab und Gut, inklusive seiner umfangreichen Kunstsammlung, in Sicherheit zu bringen, um seine Flucht zu erleichtern", berichtet das Auktionshaus unter Berufung auf die Nachfahren des Arztes.

Den Namen des Arztes hält das Versteigerungshaus auf Wunsch seiner Nachkommen geheim. Bekannt ist nur, dass er 1932 in Südafrika ankam, wo er weiterhin praktizierte.  Er starb bereits vor vielen Jahren, und das Gemälde ging in den Besitz seiner Nachfahren über. "Er hatte seiner Familie gesagt, dass es ein Rubens war", so Crossley. "Sie wussten, dass es etwas Besonderes war, aber wahrscheinlich nicht, in welchem Ausmaß."

Aufgrund früherer Rubens-Verkäufe wird das "Porträt eines Gentlemans" auf einen Wert von umgerechnet bis zu 500 000 Euro geschätzt. Wobei Kunsteexperte Luke Crossley kommentierte: "Aber natürlich kann auch mehr geboten werden."

sp/suc (dpa, stephanwelzandco.co.za/spe)

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