Rotkäppchen im Mehrgenerationenwohnhaus | Archiv | DW | 07.11.2013
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Archiv

Rotkäppchen im Mehrgenerationenwohnhaus

Im Reisetagebuch schildern die Kandidaten abwechselnd ihre ganz persönlichen Erlebnisse und Gedanken rund um die Dreharbeiten. Kristina erzähl heute, warum das Wohnprojekt sie sehr beeindruckt hat.

In Offenbach haben wir im Mehrgenerationenwohnhaus das Märchen Rotkäppchen als Theaterspiel aufgeführt. Ich habe die Hauptrolle gespielt, aber viel beeindruckender als mein Auftritt waren das Mehrgenerationenwohnhaus und seine Bewohner.

In dem Haus herrschte eine ganz besondere Atmosphäre. Eigentlich fremde Leute sind eng miteinander verbunden, achten auf die Bedürfnisse der anderen und lernen voneinander. Es ist wie eine richtige, große Familie. Einerseits hat jeder seine eigene Wohnung, aber trotzdem ist niemand allein. Das fand ich wunderbar! Außerdem sind alle sehr aktiv, sogar die alten Leute. Auf der Suche nach einem Erfahrungsaustausch mit anderen Menschen machen sie bei verschiedenen Projekten mit. Ich würde gerne so leben, aber in Russland gibt es solche Häuser überhaupt nicht.

Viele Russen wohnen lieber in ihrer eigenen Wohnung. Einige mieten die Wohnung, was nicht so vorteilhaft ist. Nur wenn eine junge Familie kein Geld hat, um eine Wohnung zu mieten, wohnt sie bei den Verwandten, meistens bei den Eltern des Mannes oder der Frau. Alte Menschen leben meistens allein oder bei ihren Kindern.

In Russland sind die familiären Bindungen nicht so wichtig wie in anderen Ländern. Deshalb leben die Familien lieber allein. Auch die Großeltern und andere Verwandte werden selten besucht. Stattdessen wird lieber telefoniert. Obwohl ich eine Russin bin, fällt es mir schwer, diese große Distanz zwischen den Menschen zu akzeptieren.

Text: Kristina