Rot-Kreuz-Helfer werden in Syrien entführt | Aktuell Nahost | DW | 13.10.2013
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Aktuell Nahost

Rot-Kreuz-Helfer werden in Syrien entführt

Das Töten im Bürgerkrieg in Syrien nimmt kein Ende. Auch der Appell nach einer Waffenruhe zum wichtigsten islamischen Feiertag bleibt ungehört. Erneut werden Mitarbeiter einer Hilfsorganisation entführt.

Im Norden Syriens sind nach Medienberichten mehrere Mitarbeiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) entführt worden. Bewaffnete Terroristen hätten die Helfer in ihre Gewalt gebracht, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Sana. Eine Sprecherin des IKRK bestätigte auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa, dass die Mitarbeiter verschwunden seien.

Die Angreifer sollen in der Provinz Idlib zunächst die Fahrzeuge der Hilfsorganisation unter Beschuss genommen und später die Mitarbeiter verschleppt haben. In Syrien sind fast ausschließlich Mitarbeiter aus arabischen Ländern für das IKRK im Einsatz.

Das Rot-Kreuz-Logo war klar erkennbar

Wie IKRK-Sprecherin Rima Kamal erläuterte, habe das Team aus sechs Personen am Vormittag die Stadt Idlib verlassen. Es sei in vier Fahrzeugen unterwegs gewesen, die mit dem Logo der Organisation deutlich gekennzeichnet waren. Zuvor hatten sich die Helfer in der Region demnach einen Überblick über die Lage in den Kliniken verschafft und Arzneimittel geliefert. Sie seien am Sonntag auf dem Rückweg nach Damaskus gewesen.

Helfer bergen Leiche aus einem Massengrab in Syrien, Foto: EPA/SANA

Trauriger Alltag in Syrien: Die Bergung von Leichen, oft sind es Opfer schwerer Massaker

Unterdessen geht das Töten im Bürgerkriegsland geht weiter. Nach Angaben von Aktivisten kamen am Wochenende bei Kämpfen, Bombardierungen und bewaffneten Übergriffen mehr als 200 Menschen ums Leben. Trotz eines Appells der Arabischen Liga und der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) ist keine Waffenruhe in Sicht, auch nicht zum wichtigsten muslimischen Feiertag, dem Eid al-Adha. Das Opferfest wird am Dienstag von Muslimen weltweit gefeiert.

Chemiewaffenabbau geht weiter

Mitarbeiter der Organisation zum Verbot von Chemiewaffen (OPCW), die in diesem Jahr den Friedensnobelpreis erhält, arbeiten derzeit in dem Land am Abbau der Massenvernichtungswaffen bis Mitte 2014. Nach Schätzungen verfügt das Regime von Präsident Baschar al-Assad über rund 1000 Tonnen C-Waffen. Syrien wird an diesem Montag offiziell 190. Mitglied der OPCW.

Im Syrienkonflikt sind seit März 2011 nach UN-Angaben mehr als 100.000 Menschen getötet worden. Mehr als zwei Millionen Menschen sind aus dem Land geflohen, innerhalb Syriens sind mindestens weitere vier Millionen auf der Flucht.

haz/nem (dpa, rtr, afp)

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