Roman Bürki bringt Borussia Dortmund ins Achtelfinale | Fußball | DW | 10.12.2019
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Letzer Spieltag der Gruppenphase

Roman Bürki bringt Borussia Dortmund ins Achtelfinale

In einer Champions League-Partie auf Messers Schneide gewinnt Dortmund gegen Slavia Prag. Weil gleichzeitig Inter Mailand verliert, ist der BVB im Achtelfinale. BVB-Keeper Roman Bürki zeigt eine Weltklasseleistung.

Die gut 65.000 im Dortmunder Stadion toben. Ihre Borussia hat es doch noch ins Achtelfinale geschafft. Sportdirektor Michael Zorc und Trainer Lucien Favre herzen sich ausgelassen. Mit 2:1 (1:1) gewinnen die Gastgeber gegen ein starkes Team von Slavia Prag.

Der Mann des Abends geht zur gleichen Zeit über den Rasen und wirkt auf den ersten Blick überhaupt nicht so ausgelassen. Dortmunds Torwart Roman Bürki fährt sich mit der Hand durch die Haare und schüttelt immer wieder den Kopf, während er seine Mitspieler abklatscht. Es scheint als müsse er seine Hochspannung erst allmählich abbauen. Kein BVB-Profi war an diesem Abend wacher und konzentrierter. Nicht Julian Brandt, der zwar an jeder gefährlichen Aktion des BVB Anteil hatte, das 1:0 durch Sancho (10. Minute) einleitete und den Siegtreffer selbst erzielte (61.). Es war auch nicht Kapitän Marco Reus. Es war Bürki.

"Perfekt", kommentierte Mats Hummels am DAZN-Mikro die Leistung seines Torhüters, "er hat heute mindestens sieben Weltklasseparaden gezeigt." Tatsächlich hatte der 29 Jahre alte Schweizer einen großen Anteil am Happy End der Dortmunder. Wie für einen Torwart-Lehrfilm musste Bürki sein ganzes Repertoire aufbieten: Egal, ob per Fußabwehr bei einem Kopfball aus kurzer Distanz oder mit den Fingerspitzen bei einem platzierten Flachschuss - stets war Bürki zur Stelle. Seine sensationellste Reaktion des Abends: Bei einem abgefälschten Schuss war Bürki schon unterwegs ins rechte untere Eck, richtete sich blitzschnell aber noch einmal auf und schickte das Leder mit einer Hand noch über die Latte. Nur den völlig verdienten Gegentreffer von Tomas Soucek (43.) konnte auch Bürki nicht verhindern.

Champions League Dortmund vs Prag Tor Brandt (picture-alliance/AP Photo/M. Meissner)

Ins kurze Eck: Brandt erzielt den 2:1-Siegtreffer

Das 1:1 zur Pause trübte die Dortmunder Laune. Zwar hatte der BVB auch mehrere Großchancen, allein Reus vergab zwei davon. Gleichzeitig wirkten die Gastgeber aber in der Defensive nicht sattelfest und dem Tempo der mutig aufspielenden Prager häufig nicht gewachsen. Hinzu kam, dass es zu diesem Zeitpunkt im Parallelspiel zwischen Inter Mailand ebenfalls 1:1-Unentschieden stand. Weil die Italiener den direkten Vergleich gegen Dortmund gewonnen hatten, wäre der BVB als Dritter ausgeschieden gewesen. 

Bürki: "Eine Riesenerleichterung"

Doch dank Bürki, der auch in der zweiten Hälfte zwei gefährliche Kopfbälle entschärfte, und dank des nimmermüden Julian Brandt reichte es am Ende. Und das obwohl der BVB, nachdem Julian Weigl mit Gelb-Rot vom Platz musste (77.), die Schlussviertelstunde in Unterzahl überstehen musste.

Großer Jubel brandete schließlich in der 88. Minute auf, als die Kunde aus Mailand die Zuschauer erreichte: Barcelona hatte zum 2:1 gegen Inter getroffen. Es war die entscheidende Weiche für den Achtelfinaleinzug des BVB. "Eine Riesenerleichterung" sei das für ihn und das gesamte Team, sagte auch Roman Bürki nach dem Spielende, "eine Belohnung von meinen Mitspielern möchte ich dafür nicht. Wir sind ein Team." 

Zuvor hatte Mats Hummels scherzhaft ein "Bircher-Müsli für Roman" ins Spiel gebracht, mit Alkohol sei der "Asket" im BVB-Tor schließlich nicht zu locken.