Robert Lewandowski - verdienter Weltfußballer 2021 | Sport | DW | 17.01.2022
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FIFA-Wahl zum Weltfußballer des Jahres

Robert Lewandowski - verdienter Weltfußballer 2021

Robert Lewandowski wird von der FIFA erneut zum Weltfußballer gekürt. Der Pole setzt nicht nur in der Bundesliga Maßstäbe. Trotz aller Rekorde und Titel bleibt er bodenständig und bescheiden.

Schweiz | FIFA Football Awards Robert Lewandowski

Zugeschaltet: Robert Lewandowski bei seiner Auszeichnung am Montagabend

"Er ist eine Maschine vorne in der Box, hält überragend den Ball. Und wie er die Tore vollendet, ist einzigartig. Von uns Spielern hat er den Segen, dass er gewinnt", hatte Bayern Münchens Torwart Manuel Neuer schon vor der Verleihung "The Best FIFA Football Awards" in der FIFA-Zentrale in Zürich gesagt. Am Abend wurde Bayern-Stürmer Robert Lewandowski dann tatsächlich erneut zum FIFA-Weltfußballer geehrt, der prestigeträchtigsten Auszeichnung für herausragende Fußballerinnen und Fußballer. Es ist seine zweite Ehrung als Weltfußballer: An ihm hatte im Vorjahr nach dem Triple-Triumph der Bayern kein Weg vorbei geführt.

Besser als Gerd Müller

Herausragend - so muss man das, was Lewandowski in den vergangenen Jahren in Bundesliga und Champions League gezeigt hat, tatsächlich bezeichnen. Der 33-Jährige hat nach dem Triple-Jahr 2020, nach dem er zum "Weltfußballer des Jahres" gewählt wurde, in der Bundesliga den als ewig geltenden 40-Tore-Rekord von Gerd Müller gebrochen und auf 41 Saisontreffer verbessert. Mit insgesamt 43 Bundesligatreffern in einem Kalenderjahr stellte er einen weiteren Rekord auf. Aktuell stehen 23 Treffer in 19 Bundesligaspielen zu Buche, und mit neun Toren in sechs Spielen liegt er nur einen Treffer hinter Sebastien Haller von Ajax Amsterdam in der Torschützenliste der Champions League. Werte, die einen Fußballspieler abheben lassen könnten. Doch gibt es wenige Superstars, die so bodenständig sind wie der bescheidene Pole. 

FC Bayern München | Robert Lewandowski Gerd Mueller Rekord

Rekordjubel: Nach seinem 41. Saisontreffer lässt Robert Lewandowski die Muskeln spielen

"Hoffentlich gewinnt er den verdienten Titel", hatte auch sein Trainer Julian Nagelsmann gesagt, der bei der digitalen Veranstaltung dabei war." Franz Beckenbauer bezeichnete Lewandowski in der "Bild"-Zeitung als den "Konstantesten im Weltfußball". Auch Thomas Müller hatte seinem Teamkollegen die besten Chancen eingeräumt. Der deutsche Nationalspieler muss es wissen, schließlich bekommt er stets aus nächster Nähe mit, wie beeindruckend "Lewy" seine Arbeit verrichtet. Zahlreiche Tore Lewandowskis hat Müller persönlich aufgelegt.

Leistungszenit wird zum Hochplateau

Der Pole hat es nach seinem "Super-Jahr 2020" geschafft, seine Top-Form zu konservieren - obwohl er mit 33 Jahren langsam in dem Alter ist, in dem andere Profis bereits laut über das Karriereende nachdenken oder langsam merken, dass sie sich schwerer tun, mit der Weltspitze mitzuhalten. Lewandowski ist seit langer Zeit schlicht Weltklasse, und der Zenit seiner Karriere hat sich zum Hochplateau ausgeweitet. Neben dem, was er technisch und körperlich mitbringt - er ist schnell, laufstark, schusssicher und besitzt ein gutes Kopfballspiel - scheint die wachsende Erfahrung den Polen immer noch besser zu machen.

41, 34, 22, 29, 30, 30 - so viele Saisontore schoss Lewandowski in den vergangenen sechs Bundesliga-Spielzeiten. Fünfmal wurde er Torschützenkönig der Liga, insgesamt hat er die Torjägerkanone schon sechsmal gewonnen. In der Bundesliga-Historie ist Lewandowski mit nun 300 Toren der zweitbeste Torschütze aller Zeiten, hinter Stürmerlegende Gerd Müller mit 365 Treffern. "Die Zahlen sind schon Wahnsinn. Ich hätte nie gedacht, dass ich so viele Tore in der Bundesliga erzielen würde", sagte der Pole.

Robert Lewandowski, Bayern München mit Torjägerkanone

Sechsmal schon hat Robert Lewandowski die Torjägerkanone als bester Bundesliga-Torschütze gewonnen

Auch in der Champions League gibt es nicht mehr viele, die häufiger trafen als Lewandowski: Der Pole steht bei 82 Toren. Nur Lionel Messi (125) und Cristiano Ronaldo (140) haben mehr, die beiden Profis, die Lewandowski in Sachen persönliche Auszeichnungen noch einiges voraus haben. In den 2010er-Jahren waren Messi und sein Dauerrivale Cristiano Ronaldo bei allen möglichen Wahlen mit ganz wenigen Ausnahmen mehr oder weniger gesetzt.

Zu schmächtig für eine Profikarriere

Dass er einmal eine solche Weltkarriere hinlegen würde, war in Lewandowskis Jugend nicht abzusehen. Geboren 1988 in Warschau, begann seine Fußballkarriere bei Vereinen in der polnischen Hauptstadt - allerdings zunächst ohne großen Erfolg. Bei Legia Warschau befand sein Trainer den damals 18-Jährigen als für zu schwach für die erste Mannschaft. Der Vereinsarzt riet dem schmächtigen "Bobek" (Kleiner), wie Lewandowski trotz seiner 1,85 Meter damals gerufen wurde, sogar davon ab, es überhaupt als Profi zu versuchen. Doch Lewandowski blieb beharrlich, ging den Umweg über den Drittliga-Klub Znicz Pruszkow und schoss fortan Tore wie am Fließband. Das blieb auch so, nachdem er zwei Jahre später beim Erstligisten Lech Posen anheuerte. Mit 20 Jahren debütierte er in der Nationalmannschaft und traf gleich beim Einstand zum ersten Mal. Inzwischen ist er polnischer Rekordtorschütze und Kapitän des Nationalteams.

2010 wechselte Lewandowski zu Borussia Dortmund in die Bundesliga. Zweimal wurde er mit dem BVB unter Jürgen Klopp deutscher Meister, einmal DFB-Pokalsieger. 2014 folgte er dem Ruf der Bayern nach München und sammelte dort weiter Titel. Mittlerweile hat er neunmal die Meisterschale in die Höhe recken dürfen, gewann drei weitere Male den DFB-Pokal und einmal die Champions League.

BVB-Trainer Jürgen Klopp und Robert Lewandowski gehen nach einem gewonnen Spiel glücklich über den Platz

Erfolgreiches Duo: BVB-Trainer Jürgen Klopp (l.) und sein Torjäger Robert Lewandowski (r.)

Neben Johan Cruyff ist Lewandowski der einzige männliche Fußballspieler, der ein Triple aus Meisterschaft, nationalem Pokal und Champions League gewann und gleichzeitig in allen Wettbewerben auch Torschützenkönig wurde.

Bei der Verleihung zum Ballon d'Or musste er Lionel Messi den Vortritt lassen. Nun landete Lewandowski wieder ganz vorn und ließ neben Messi auch Liverpools Mohamed Salah hinter sich. Eine weitere persönliche Auszeichnung, die Robert Lewandowski freut - verändern wird sie ihn wahrscheinlich nicht.

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