Robert Lewandowski lässt den FC Bayern durchatmen | Sport | DW | 07.11.2018
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4. Gruppenspieltag

Robert Lewandowski lässt den FC Bayern durchatmen

Der Sieg ist verdient, aber selbst Bayern-Trainer Niko Kovac gibt zu: "Es war kein Feuerwerk." Im Champions-League-Spiel gegen AEK Athen trifft ein Spieler doppelt, aber eigentlich dreht sich alles nur um das Eine.

Er stand minutenlang an der Seitenlinie und wartete auf seinen Einsatz. Sandro Wagner musste sogar selbst schmunzeln, als er endlich in der ersten Minute der Nachspielzeit den Platz betreten durfte. Es war halt nicht sein Abend. Aber es war der von seinem Stürmerkollegen. Robert Lewandowski war nämlich der entscheidende Spieler an diesem Champions-League-Abend: Beim2:0 (1:0)-Erfolg seines FC Bayern München gegen AEK Athen erzielte er beide Tore.

Eine halbe Stunde war gespielt, als Vasilios Lampropoulos einen Schuss von Franck Ribery zur Ecke klärte. Während der Hereingabe drückte Uros Cosic Lewandowski ganz leicht zur Seite. Der Stürmer nahm die Kontaktaufnahme dankend an und ließ sich fallen und forderte danach Elfmeter. Den gab der Schiedsrichter ihm dann auch. Ein Strafstoß, der mit viel gutem Willen gegeben werden konnte, aber eben auch hätte gegeben werden müssen. Eine Szene, die vermutlich spielentscheidend war.

Bis dahin hatten die Bayern, wie in den letzten Spielen zuvor auch, offensiv ideenlos und behäbig gespielt, die beste Chance hatte in der fünfte Minute der Athener Lampropoulos, als er in der fünften Minute einen Kopfball ganz knapp neben den Pfosten setzte. So aber gab es einen Strafstoß für die Bayern. Beim Anlauf stoppte Lewandowski ab, bevor er den Ball rechts oben in die Maschen drosch (31. Minute). Seit 2016 gibt es die Regeländerung, dass "beim Strafstoß ein Spieler den Anlauf künftig nicht mehr abstoppen, sondern nur noch verzögern darf. Sonst gibt es indirekten Freistoß für den Gegner". Aber auch hier legte Schiedsrichter Danny Makkelie den Spielraum zugunsten des deutschen Rekordmeisters aus.

Champions League - Gruppe E - Bayern München - AEK Athen (Getty Images/M. Hangst)

Strafstoß erfolgreich verwandelt: Robert Lewandwoski (l.)

Das "Wie" dürfte Lewandowski ziemlich egal sein. Für ihn geht es allein um die Statistik. Und die besagt bis hierhin: Das fünfundfünfzigste Tor in seinem 100. Europapokal-Spiel. Und in dieser Saison? Fünf Tore bisher in der Bundesliga, eines im DFB-Pokal, und jetzt das dritte in der Champions League. Das ist bislang seine sehr ordentlich Bilanz. Die Frage ist aber, wie diese für ihn, der nach Höherem und Königlicherem strebt, nach dem Ende der Saison aussieht. 

Dass auch das zweite Tor nach einer Standard-Situation erzielt wurde, ist symptomatisch für das derzeitige Spiel des deutschen Rekordmeisters, der immerhin in der zweiten Halbzeit die ein oder andere gute Torchance kreierte. Nach einer Ecke wurde der Ball von einem Gegenspieler verlängert. Auf der Höhe des zweiten Pfostens stehend, reagierte Lewandowski am Schnellsten: Mit seinem rechten Bein drückte er den Ball über die Torlinie (71.).

Das sechsundfünfzigste Europapokal-Tor für den Stürmer, zum zweiten Mal also kreuzte Lewandowski an diesem Abend die Arme über seine Brust - sein patentierter Torjubel (Foto siehe oben). "Wir hatten das Spiel in den entscheidenden Situationen unter Kontrolle. So ein Sieg ist für das Selbstbewusstsein sehr wichtig", meinte der Doppel-Torschütze.

Und darum ging es doch allein in diesem Spiel. Selbstbewusstsein gewinnen für das Top-Spiel in der Bundesliga bei Tabellenführer Borussia Dortmund. Die Frage ist, ob Lewandwoski auch in drei Tagen gegen seinen Ex-Klub sein Kreuz machen kann. Oder der ein oder andere Bayern-Profi noch schmunzeln kann.

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