RIP Nummer 16: Älteste Spinne der Welt gestorben | Wissen & Umwelt | DW | 30.04.2018
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RIP Nummer 16

RIP Nummer 16: Älteste Spinne der Welt gestorben

Die mutmaßlich älteste Spinne der Welt ist gestorben. Nummer 16 wurde sie von den Forschern genannt. Wer nun meint, dies sei keine Meldung wert - die Falltürspinne hat einen wirklich beachtlichen Lebenslauf hinter sich.

Die älteste Spinne der Welt ist tot!

Nun gut. Vermutlich mag sich der ein oder andere nun fragen, was an dieser Meldung so besonders ist. Aber wenn man bedenkt, dass Spinne Nr. 16 - wie die Forscher das Weibchen nannten - 43 Jahre geworden ist, ist das schon beachtlich. Das hätten Sie vermutlich auch nicht erwartet, oder?

Damit nicht genug - die betagte Falltürspinne (Giaus villosus) schied nicht aufgrund von Altersschwäche aus dem Leben, sondern erlag den Folgen eines Wespenstichs.

Mit ihrem Altersrekord kann Nummer 16 aber nun in Frieden ruhen, denn mit 43 Jahren hat sie die bisherige Rekordhalterin, eine 28 Jahre alte Tarantel aus Mexiko, um 15 Jahre übertroffen. Chapeau!

Normalerweise werden Falltürspinnen, die zu den Vogelspinnen gehören, fünf bis 20 Jahre alt. Wie die Forscher in der Fachzeitschrift "Pacific Conservation Biology Journal" schrieben, wurden bei der Beobachtung von Nummer 16 wichtige Informationen über das Verhalten der Spinnen gesammelt, die überall in Australien vorkommen - auch in Gärten. 

"Nach unserem Wissen ist sie die älteste jemals erfasste Spinne", so die Biologin Leanda Mason von der Curtin Universität in Perth in Westaustralien. "Ihr bedeutsames Leben hat uns ermöglicht, das Verhalten der Falltürspinne und ihre Populationsdynamik weiter zu erforschen."

Zwar könnte man nun einwenden, dass Tiere in Gefangenschaft oft älter werden als ihre Artgenossen in freier Wildbahn, aber Nummer 16 war gar keine Laborspinne. Sie wurde seit dem Start des  Forschungsprojekt zu Falltürspinne, im Jahr 1974, in der freien Wildbahn beobachtet. Das war nur möglich, weil weibliche Falltürspinnen sehr ortstreu sind. Sie  verbringen praktisch ihr ganzes Leben in und an einer Wohnröhre im Boden. Die Forscher markierten die Stelle und suchten sie regelmäßig auf. Durch die Langzeitbeobachtung fanden sie heraus, dass die lange Lebensdauer der Falltürspinnen mit ihren biologischen Merkmalen zusammenhängt, etwa ihrer ortsgebundenen Lebensweise und ihrem langsamen Stoffwechsel. 

Der Name der Falltürspinne kommt übrigens von dem Deckel, mit dem sie ihre Wohnröhre verschießt. Er hat sogar ein Scharnier - aus Spinnenseide. 

hf/sw (dpa, afp)

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