Rettungsschiff ″Ocean Viking″ darf in Sizilien anlegen | Aktuell Europa | DW | 25.01.2021
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Rettungsschiff "Ocean Viking" darf in Sizilien anlegen

Das Rettungsschiff "Ocean Viking" kann rund 370 Migranten, die es vor Libyen aus Seenot geborgen hat, nach Sizilien bringen. Das teilte SOS Méditerranée mit.

Symbolbild Ocean Viking

Blick auf einen Rettungsring des Schiffs "Ocean Viking" im Hafen von Marseille

"Große Erleichterung an Bord heute Abend", erklärte die Nichtregierungsorganisation SOS Méditerranée auf Twitter. Dem Schiff sei Augusta in der Nähe von Syrakus auf Sizilien als sicherer Hafen zugewiesen worden. Die Ankunft werde für Montagmorgen erwartet. Die italienische Küstenwache war für eine Bestätigung zunächst nicht erreichbar.

Die "Ocean Viking" hatte seit Donnerstag bei vier verschiedenen Einsätzen vor der libyschen Küste von Schlauchbooten in Seenot 374 Menschen aus Ländern südlich der Sahara aufgenommen, darunter 165 Minderjährige. Die NGO richtete zunächst eine Anfrage an die libysche Küstenwache, um die Menschen in Sicherheit bringen zu können. Nachdem Libyen nicht reagierte, bat SOS Méditerranée die beiden nächstgelegenen EU-Staaten Malta und Italien um Hilfe. Eine Hochschwangere war den Angaben nach schon vorher von den italienischen Behörden auf die Insel Lampedusa geflogen worden.

Video ansehen 03:15

Europa: Auf Seenotrettung im Mittelmeer (25.04.2020)

Das Schiff war am 11. Januar nach fünfeinhalb Monaten Pause wieder ausgelaufen. Es nahm von Marseille aus Kurs auf das zentrale Mittelmeer. Derzeit sei kein anderes ziviles Rettungsschiff im zentralen Mittelmeer im Einsatz, um Menschen in Seenot zu retten. "Umso wichtiger ist es, dass wir wieder zurück sind", erklärte SOS Méditerranée.

Fünfmonatige Blockade

Die italienische Küstenwache hatte die "Ocean Viking" im Juli im sizilianischen Hafen Porto Empedocle festgesetzt und dies mit Sicherheitsmängeln begründet. SOS Méditerranée sprach dagegen von "behördlicher Schikane". Nach fünfmonatiger Blockade gaben die Behörden das Schiff dann im Dezember wieder frei. Nach Angaben der NGO waren dafür "kostspielige" Investitionen in neue Rettungsflöße und Schwimmwesten erforderlich.

Eine Sprecherin der UN-Migrationsbehörde IOM, Safa Msehli, twitterte unterdessen, dass seit Anfang des Jahres mindestens 80 Menschen im zentralen Mittelmeer ihr Leben verloren hätten. Zuletzt seien etwa 17 Bootsmigranten ertrunken und Dutzende Überlebende am Sonntag zurück nach Libyen gebracht worden. Nach offiziellen Zahlen kamen im Vorjahr mehr als 1200 Menschen bei dem Versuch ums Leben, über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Experten gehen jedoch von einer hohen Dunkelziffer aus.

kle/ack (afp, dpa, kna)

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