Rettungsschiff ″Eleonore″ fährt trotz Verbot nach Italien | Aktuell Europa | DW | 01.09.2019
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Seenotrettung

Rettungsschiff "Eleonore" fährt trotz Verbot nach Italien

Weder Malta noch Italien wollen deutsche Rettungsschiff "Eleonore" mit rund 100 Migranten an Bord einlaufen lassen. Der Kapitän hat sich nun über das italienische Verbot hinweggesetzt.

Der Kapitän des deutschen Rettungsschiffs "Eleonore" hat den Notstand ausgerufen und ist trotz eines Verbotes in italienische Gewässer gefahren. Es sei illegal, eine Einfahrt zu verbieten, wenn Leben in Gefahr sei, sagte der Sprecher der Hilfsorganisation Mission Lifeline, Axel Steier. Es habe in der Nacht einen Sturm gegeben und es stehe ein weiterer bevor. Ziel sei nun Pozzallo auf Sizilien.

Die Lage auf der "Eleonore" ist nach Angaben des Kapitäns dramatisch. "Die Zustände sind so eigentlich nicht mehr tragbar und wir werden hier in Kürze ein Ende dieser Situation herbeiführen müssen", betonte der Deutsche Claus-Peter Reisch in einem Twitter-Video.

Die "Eleonore" hatte vor einer Woche mehr als 100 Migranten aufgenommen, woraufhin Italiens Noch-Innenminister Matteo Salvini umgehend ein Einfahrtsverbot erließ. Auch Malta will das Schiff nicht anlegen lassen.

Mittelmeer Rettungsschiff Eleonore (picture-alliance/dpa/J. Filous)

Wenig Platz auf der "Eleonore"

Zuletzt war die deutsche Kapitänin Carola Rackete unerlaubt in den Hafen der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa gefahren, wo sie vorübergehend festgenommen wurde. Der Vorfall hatte international Schlagzeilen gemacht und politisch hohe Wellen geschlagen.

Odysseen ohne Ende

Neben der "Eleonore" mussen derzeit noch zwei andere Rettungsschiffe auf dem Mittelmeer ausharren. Das deutsche Schiff "Alan Kurdi" hatte am Samstag 13 Tunesier aufgenommen, die mit einem überladenen Holzboot Lampedusa ansteuern wollten. Die Regensburger Hilfsorganisation Sea-Eye teilte mit, die Rettung habe zwar in maltesischen Gewässern stattgefunden. Malta weigere sich aber, die Koordinierung zu übernehmen und wolle, dass die Menschen nach Tunesien zurückgebracht werden. Dagegen wehre sich Sea-Eye, weil in Tunesien Menschenrechtsverletzungen drohten.

Auch auf der "Mare Jonio", die seit Tagen mit 34 Migranten an Bord vor Lampedusa wartet, soll sich die Situation zuspitzen. Auf dem Schiff gebe es kein fließendes Wasser, erklärte die italienische Organisation Mediterranea Saving Humans.

wa/kle (dpa, twitter)

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