Regional-Studie: Da sieht’s düster aus | Wirtschaft | DW | 08.08.2019
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Infrastruktur

Regional-Studie: Da sieht’s düster aus

Das Institut der deutschen Wirtschaft hat eine Studie zur Zukunftsfähigkeit von fast 100 Regionen in Deutschland erstellt. Die Ergebnisse dürften vor allem in Ostdeutschland und in Nordrhein-Westfalen Aufsehen erregen.

19 von 96 Regionen in Deutschland sind einer Studie zufolge für die Zukunft schlecht aufgestellt. Dazu gehören elf Regionen in den ostdeutschen Bundesländern, vier Regionen in Nordrhein-Westfalen entlang der Ruhr sowie Bremerhaven, das Saarland, Schleswig-Holstein Ost und die Westpfalz.

Dies geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Untersuchung des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Kooperation mit vier Hochschulen hervor. Mit Blick auf die Wirtschaft liegen die Schlusslichter demnach in Westdeutschland: Besonders düster sieht es in Duisburg/Essen, Emscher-Lippe und Bremerhaven aus.

Warnung vor „Abwärtsspiralen"

"Die betroffenen Länder sollten Schuldenerlasse für die Kommunen in Betracht ziehen, damit diese wieder handlungsfähig werden", sagte IW-Direktor Michael Hüther. Bildungsangebote in den betroffenen Regionen sollten verbessert und das Netz - sowohl in Form von Schienen als auch von Breitbandinternet - ausgebaut werden.

Deutschland Zingst Industrieruine (DW/J. Tompkin)

Eine Industrieruine in der Nähe von Zingst in Mecklenburg-Vorpommern.

"Die Regionalpolitik muss jetzt dringend gegensteuern, sonst werden die gesellschaftlichen Spannungen zunehmen und es kann zu gefährlichen Abwärtsspiralen kommen", warnte Hüther. "Eine kluge Regionalpolitik sollte den Kommunen die Möglichkeit geben, sich selbst zu helfen", erklärte Studienmitautor Jens Südekum von der Universität Düsseldorf. "Aber auch der Bund und die Länder sind in der Verantwortung."

Der Osten und sein Demografie-Problem

Die Wissenschaftler haben für das Ranking insgesamt zwölf Indikatoren untersucht. Wirtschaftlich sieht es in Westdeutschland vor allem für Duisburg/Essen, Emscher-Lippe und Bremerhaven düster aus. Ostdeutschland habe indes vor allem ein Demografie-Problem. "Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg, Lausitz-Spreewald, Oberlausitz-Niederschlesien sowie Ost- und Südthüringen weisen ein hohes Durchschnittsalter der Bevölkerung auf, das in den vergangenen Jahren auch noch überproportional gestiegen ist", so die Autoren.

Bei der Infrastruktur stellt die Studie deutschlandweit Probleme fest. Die drei westdeutschen Regionen Emscher-Lippe, Trier und Westpfalz plagen derweil besonders hohe Verschuldungsquoten. In den ostdeutschen Regionen Altmark, Magdeburg und Halle/Saale stecke die digitale Infrastruktur noch "in den Kinderschuhen".

dk/bea (rtr, afp)

Die Redaktion empfiehlt