Regierung will Anschlag auf Maduro verhindert haben | Aktuell Amerika | DW | 26.06.2019
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Venezuela

Regierung will Anschlag auf Maduro verhindert haben

Ein Mitarbeiter von Venezuelas Präsident Maduro behauptet, ein internationaler Coup sollte den Präsidenten töten. Der Oppositionsführer Guaidó bezweifelt das und wirft der Regierung selbst illegale Handlungen vor.

Mehrere Offiziere hätten mit Unterstützung der USA, Kolumbiens und Chiles ein Attentat auf Präsident Nicolás Maduro geplant, sagte Kommunikationsminister Jorge Rodríguez. Im Staatsfernsehen behauptete er, dass eine Bombe ein wichtiges Regierungsgebäude treffen sollte, eine Militärbasis eingenommen werden sollte und und die Zentralbank geplündert werden sollte. Der Plan der mutmaßlichen Putschisten sollte demnach am vergangenen Sonntag oder Montag umgesetzt werden.

Hintermänner des geplanten Coups seien eine Gruppe Soldaten und Polizisten im Ruhestand. Ziel sei es gewesen, den ehemaligen Verteidigungsminister Raul Baduel aus dem Gefängnis zu befreien und als Präsidenten einzusetzen. Laut Rodriguez wurden mindestens sechs mutmaßliche Teilnehmer der Verschwörung festgenommen. Rodríguez warf dem kolumbianischen Staatschef Ivan Duque, dem chilenischen Präsidenten Sebastián Piñera und dem Nationalen Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, John Bolton, eine Verwicklung in den gescheiterten Umsturzversuch vor. 

Neue Vorwürfe der Opposition

Oppositionsführrer Juan Guaidó äußerte sich zu dem angeblichen Komplott, obwohl er selbst nicht beschuldigt wurde, daran teilgenommen zu haben. Er bezweifelte die Darstellungen Maduros. "Es ist immer wieder dieselbe Geschichte. Die Presse kann gar nicht mehr mitzählen, wie oft die selben Behauptungen ausgesprochen worden sind."

Krise in Venezuela - Guaido verhindert Festnahme von Mitarbeitern (picture-alliance/dpa/Voluntad Popular)

Juan Guaido (am rechten Bildrand) im Gespräch mit Bewaffneten

Guaido beschuldigt die Regierung um Maduro, versucht zu haben, einige seiner Mitarbeiter festzunehmen. Der selbst ernannte venezolanische Interimspräsident sagte, seine Fahrzeugkolonne sei auf einer Autobahn in der Hauptstadt Caracas von Bewaffneten gestoppt worden. Sie hätten seine Mitarbeiter festnehmen und zum Sitz des militärischen Geheimdienstes bringen wollen. Auf einem Video war zu sehen, wie Guaidó mit den bewaffneten Motorradfahrern in Zivil sprach.

In Venezuela herrscht seit Monaten ein erbitterter Machtkampf zwischen Maduro und dem selbsternannten Interimspräsidenten Guaidó, der von den USA und mehr als 50 weiteren Staaten anerkannt wird. Ende April war ein Putschversuch von Teilen der Streitkräfte gegen Maduro gescheitert. Der umstrittene Staatschef kann nach wie vor auf den Rückhalt der Militärführung zählen und wird unter anderem von Russland unterstützt.

Moskau kündigte die Heimreise der vor drei Monaten nach Venezuela entsandten russischen Soldaten an. Sie hätten ihre Mission zur technischen Unterstützung und Ausbildung der venezolanischen Streitkräfte abgeschlossen, teilte die russische Botschaft in Caracas mit. 

lh/kle (ap, afp, dpa)

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