Recep Tayyip Erdogan droht mit Militärschlägen in Syrien | Aktuell Nahost | DW | 28.10.2020
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Eskalation in Syrien

Recep Tayyip Erdogan droht mit Militärschlägen in Syrien

Die Attacke des türkischen Präsidenten Erdogan richtet sich gegen Russland. Er wirft Moskau vor, keinen dauerhaften Frieden in Syrien zu wollen. Auslöser ist ein Angriff in der Region Idlib Anfang der Woche.

Recep Tayyip Erdogan am Rednerpult

Erdogan und seine Wut im türkischen Parlament

Recep Tayyip Erdogan kritisiert den russischen Luftangriff auf mit der Türkei verbündete Rebellen in der nordsyrischen Provinz Idlib vom Montag. Der Angriff zeige, dass "bleibender Frieden und Ruhe in der Region nicht erwünscht ist", sagte Erdogan vor Abgeordneten seiner Partei AKP. Russische Jets hatten nach Angaben von Aktivisten die islamistische Miliz Failak al-Scham angegriffen. Die Bombardements, bei denen demnach mindestens 78 Rebellen getötet wurden, trafen ein Ausbildungslager der Miliz unweit der türkischen Grenze.

Ein bewaffneter Kämpfer der Failak-Miliz schießt in die Luft

Aufgeheizte Stimmung bei der Beerdigung der Opfer des russischen Luftangriffs vom Montag

Abkommen zwischen Türkei, Russland und den USA

Auch die Situation an der syrisch-türkischen Grenze hat den Präsident Erdogan offenbar zu den jüngsten Drohungen veranlasst. Wenn "Terroristen" sich nicht wie versprochen aus der Grenzregion zurückzögen, habe die Türkei "legitime Gründe", um "jeden Moment" zur Tat zu schreiten, erklärte Erdogan bereits am Montag.

Die Türkei ist bereits mehrmals in Syrien einmarschiert. Zuletzt war sie im Oktober 2019 mit verbündeten syrischen Milizen gegen die Kurdenmiliz YPG in Nordsyrien vorgegangen und hält Grenzgebiete besetzt. Mit Russland als Verbündetem der syrischen Regierung und den USA hatte Ankara in Abkommen den Rückzug von YPG-Kämpfern aus einem Gebiet zwischen den Grenzstädten Tall Abyad und Ras al-Ain vereinbart. Ankara wirft Russland und den USA immer wieder vor, die Abkommen nicht einzuhalten.

Karte Nord-Syrien DE

Nicht nur im Nahen Osten, sondern auch im Südkaukasus uneins

Auch der Konflikt um Berg-Karabach spielt in den Vorwürfen Erdogans gegen Russland eine Rolle. Der Türkei wird von Russland und Frankreich vorgeworfen, syrische Rebellen aus dem Bürgerkriegsland für den Einsatz im Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan zu rekrutieren. Ankara dementiert das. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte sich am Dienstag bei einem Telefonat mit Erdogan nach Angaben des Kremls besorgt über den Einsatz von "Terroristen" im Krieg um Berg-Karabach gezeigt. Die Türkei unterstützt dabei Aserbaidschan, Russland dagegen ist Schutzmacht Armeniens. Auch im syrischen Bürgerkrieg stehen die beiden Mächte sich gegenüber: Russland ist auf Seite des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad, die Türkei unterstützt die Rebellen.

fab/kle (dpa, afp, ape, rtre)