Rebellen greifen Flughäfen an | Aktuell Welt | DW | 01.09.2012
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Aktuell Welt

Rebellen greifen Flughäfen an

In Syrien konzentrieren die Aufständischen ihre Angriffe jetzt auf Einrichtungen der Luftwaffe des Regimes. Die Zahl der Kriegsflüchtlinge nimmt weiter zu.

Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London haben die Aufständischen in Deir al-Sor im Osten Syriens ein Gebäude der Luftstreitkräfte erobert und mindestens 16 Soldaten gefangengenommen. Zahlreiche Luftabwehrraketen seien in die Hände der Rebellen gefallen. Bei einer Attacke auf den Stützpunkt Kuris in der nördlichen Provinz Aleppo wollen die Aufständischen sogar Kampfjets am Boden zerstört haben.

In der Provinz Idlib ist es ihnen nach eigener Darstellung gelungen, einen Kampfhubschrauber der Streitkräfte des Regimes von Präsident Baschar al-Assad abzuschießen. Die staatlichen syrischen Medien meldeten, bei Gegenangriffen der Armee auf in der Nähe von Militärflughäfen aktive Rebellen seien diesen schwere Verluste zugefügt worden. Von unabhängiger Seite überprüfen lassen sich diese Meldungen der Konfliktparteien nicht.

Jordanien bittet um Flüchtlingshilfe

Die Attacken der Aufständischen auf Militärflughäfen sind eine Reaktion auf die vermehrten Luftangriffe der Assad-Truppen. Diese greifen Rebellenstellungen in den Städten, aber auch ganze Wohnviertel verstärkt mit Helikoptern und Kampfjets an. Diese Luftschläge treiben immer mehr syrische Zivilisten in die Flucht. Das Nachbarland Jordanien und UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR forderten vor diesem Hintergrund von der internationalen Gemeinschaft eine Finanzhilfe in Höhe von 700 Millionen Dollar.

Der jordanische Planungsminister Dschafaar Hassan erklärte, das Geld werde für die 240.000 Flüchtlinge und andere Syrer im Land gebraucht. Die Wasser- und Energieressourcen in Jordanien seien ohnehin schon knapp. Der Flüchtlingsstrom stelle eine zusätzliche Belastung dar. UNHCR-Vertreter Andrew Harper sagte, es sei damit zu rechnen, dass noch weitaus mehr Flüchtlinge nach Jordanien kämen.

Türkei will Schutzzone in Syrien

Die Türkei, die bislang mehr als 80.000 Syrer aufgenommen hat, bekräftigte ihre Forderung nach Einrichtung einer für Flüchtlinge sicheren Pufferzone auf syrischem Boden. Der UN-Sicherheitsrat müsse dafür seine Uneinigkeit überwinden und eine Resolution für eine Flugverbotszone verabschieden, sagte Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan in einem Fernsehinterview. "Man kann keine Schutzzone einrichten, ohne zunächst eine Flugverbotszone zu erklären", betonte Erdogan. Die Risiken seien sonst zu groß. Die Verabschiedung einer Resolution im Weltsicherheitsrat zur Einrichtung einer Flugverbotszone in Syrien gilt als unwahrscheinlich.

wl/gmf (dpa, dapd, rtr, afp)