Real mit neuem Trainer und ohne Ronaldo | Fußball | DW | 14.08.2018
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UEFA-Supercup

Real mit neuem Trainer und ohne Ronaldo

Real gegen Atletico - im UEFA Supercup geht es für die Kontrahenten aus der spanischen Hauptstadt um den ersten Titel der Saison und bei Real um die Frage: Wie kann die Ära nach Ronaldo erfolgreich bestritten werden?

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UEFA-Supercup für Real und Atlético

Real gegen Atletico Madrid - im UEFA Supercup im estischen Tallin geht es für die Kontrahenten aus der spanischen Hauptstadt um den ersten Titel der Saison. Doch bei Real geht es eigentlich um etwas ganz anderes. Nämlich um die Frage, wie der Verlust von Cristiano Ronaldo kompensiert werden kann, bzw. ob der Verlust überhaupt kompensiert werden kann. Für die Königlichen ist das Duell mit Atletico das erste Pflichtspiel nach dem Abgang des Weltfußballers zu Juventus Turin. Es ist auch das erste Pflichtspiel des neuen Trainers Julen Lopetegui, doch das geht angesichts der Kaderlücke, die der Superstar nach neun Jahren im Real-Trikot hinterlassen hat, beinahe unter.

Neu-Coach Lopetegui unter Druck

Für Lopetegui wäre ein Sieg gegen den Stadtrivalen zum Einstand jedoch ungemein wichtig, will er nicht schon in seinen ersten Tagen als Trainer des spanischen Rekordmeisters mit der im Real-Umfeld blitzschnell aufkommenden Unruhe konfrontiert werden. Denn dieses Umfeld aus anspruchsvollen Fans und gnadenlos kritischen Medien dürfte vor der neuen Saison hochnervös sein.

Es soll endlich ein weiterer Meistertitel her, in den letzten sieben Jahren holte Real lediglich zweimal den nationalen Titel. Die letzten Jahre waren mit drei Champions-League-Titeln in Folge und vier in den letzten fünf Jahren zwar fett, aber erstens zählt bei Real der Titel von gestern heute nicht mehr viel und zweitens haben mit Trainer Zinedine Zidane und eben Cristiano Ronaldo die beiden zentralen Figuren dieser Ära den Klub verlassen.

Namhafter Neuzugang nur im Tor 

Real sucht nach neuen Helden, Lopetegui muss die Protagonisten dafür finden. Allerdings kann der Neue auf der Bank der Königlichen dafür bislang nur auf "Altbewährtes" zurückgreifen. Transfers von Top-Talenten und namhaften europäischen Stars, bei Real normalerweise üblich, gab es bisher nicht. Lediglich im Tor holte Real mit dem Belgier Thibault Courtois, der gerade als bester Torhüter der WM 2018 ausgezeichnet wurde, einen echten Kracher. Und einen Mann, der das Zeug dazu hat, eine neue, große Real-Ära entscheidend mitzuprägen.

Es kursiert zwar seit geraumer Zeit der Name Eden Hazard rund um das Bernabeu-Stadion, aber dingfest ist nichts. Noch weniger wahrscheinlich scheint momentan eine Verpflichtung der immer wieder in Madrid gehandelten PSG-Superstars Neymar und Kylian Mbappé. Zumindest scheint ein weiterer schmerzhafter Verlust vermieden zu werden: Vizeweltmeister und Mittelfeld-Genie Luka Modric, seit Jahren einer der Real-Leistungsträger, wurde zuletzt heftig von Inter Mailand umworben, der zweite schmerzhafte Real-Abgang in Richtung Italien ist aber wohl endgültig vom Tisch. 

Zentrale Figuren Isco, Vazquez und Asensio 

Ob Neuzugang Courtois gegen Atletico spielen wird bleibt abzuwarten. Im letzten Test gegen Panathinaikos stand der in Madrid stets umstrittene Keylor Navas im Tor. Sicher zum Einsatz kommen dürfte hingegen Lucas Vazquez, der im aktuellen Real-Kader neben den etablierten Gareth Bale und Karim Benzema eine Schlüsselrolle in der Real-Offensive einnehmen könnte. Trainer Lopetegui kennt den 27-Jährigen bereits aus der spanischen Nationalmannschaft, die er bis zwei Tage vor der WM betreute und dürfte auf spanische Spieler wie ihn, Marco Asensio und allen voran den bei Real mittlerweile zur Stammkraft aufgestiegenen Isco setzen. 

Godin neuer Atletico-Kapitän

Europacup - Marseille Atletico (picture-alliance/AP Photo/C. Ena)

Diego Godin (links) ist neuer Kapitän bei Atletico, Antoine Griezmann sein Vertreter

Die Personalsituation beim Stadtrivalen und Supercup-Gegner Atletico ist dagegen durchaus entspannt. Man könnte auch sagen, für Atletico gilt genau das Gegenteil. Denn die "Rojiblancos" konnten ihren fast schon an den FC Barcelona verloren geglaubten Superstar im Gegensatz zu Real halten. Kurz vor der WM in Russland gab der Franzose Antoine Griezmann für viele recht überraschend seinen Verbleib beim Europa-League-Sieger bekannt. Auch Atletico setzt stark auf altbewährtes Personal. Allerdings weniger aus der Not heraus, denn Trainer Diego Simeone schwört seit Jahren auf seine eingeschworene Kerntruppe und hat damit Erfolg. Jüngst kehrte mit Mittelstürmer Diego Costa auch noch einer der Meisterschaftshelden von 2014 zum Klub zurück.

Eine der Galionsfiguren schlechthin ist bei Atletico seit Jahren der Uruguayer Diego Godin, der zur neuen Saison eine andere Galionsfigur, Klub-Ikone Gabi, als Kapitän von "Atleti" beerbt und nach Gerüchten um einen Wechsel zu Manchester United gerade eben seinen Vertrag bis 2021 verlängert hat. Sein Vizekapitän ist übrigens Antoine Griezmann. Bei Atletico verstehen sie es, ihre Topstars zu halten, diesbezüglich gibt es schon vor dem Stadtduell im Supercup einen Sieger. 

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