Reagan-Attentäter kommt bedingungslos frei | Aktuell Amerika | DW | 28.09.2021
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US-Justiz

Reagan-Attentäter kommt bedingungslos frei

Vor 40 Jahren verübte John Hinckley einen Anschlag auf den damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan. Bald dürften sämtliche Auflagen für den Attentäter wegfallen.

USA Reagan-Attentäter soll freikommen John Hinckley

Attentäter John Hinckley - kurz nach seiner Festnahme 1981

"Nach all diesen Jahren werde ich Herrn Hinckley ohne Auflagen freilassen", kündigte US-Bezirksrichter Paul Friedman bei einer Gerichtsanhörung in Washington an. Dessen psychische Probleme seien "am Abklingen" und er stelle keine Gefahr mehr dar, so Friedman. Bereits 2016 hatte er Hinckley aus einer psychiatrischen Klinik entlassen, in der der Attentäter zuvor drei Jahrzehnte lang behandelt wurde.

Der heute 66-Jährige war damals zunächst zu seiner mittlerweile verstorbenen Mutter gezogen. Seitdem gelten für Hinckley strenge Auflagen. So ist es ihm verboten, sich weiter als 50 Meilen (etwa 80 Kilometer) vom Wohnort zu entfernen. Zudem darf er nirgendwohin reisen, wo sich zur selben Zeit ein US-Präsident, dessen Vize oder Kongressmitglieder aufhalten. Auch darf er keine Waffen besitzen, muss ein GPS-fähiges Handy bei sich haben und gewisse Gerichts- und Behandlungstermine wahrnehmen. Gemäß einer Vereinbarung zwischen dem Justizministerium und Hinckleys Anwälten sollen die Beschränkungen im Juni 2022 aufgehoben werden.

Unzurechnungsfähig

Bei dem Anschlag am 30. März 1981 waren Ronald Reagan, sein Sprecher und zwei Sicherheitsbeamte teils schwer verletzt worden. Hinckley gab danach an, er habe damit die Schauspielerin Jodie Foster beeindrucken wollen, von der er besessen war. 1982 sprach ihn ein Geschworenengericht von allen Anklagepunkten frei, da er zur Tatzeit geistig nicht zurechnungsfähig gewesen sei.

USA Reagan-Attentäter soll freikommen Kurz vor dem Schuss

US-Präsident Ronald Reagan (winkend) - unmittelbar vor dem Anschlag

Die Reagan-Stiftung kritisierte die angekündigte Aufhebung der Auflagen. Von dem Täter gehe weiterhin eine Gefahr für andere aus, erklärte die Stiftung. Man hoffe darauf, dass die Entscheidung rückgängig gemacht werde. Auch Reagans Tochter Patti Davis betonte, sie sei gegen die Aufhebung der Überwachung von Hinckley, da sie befürchte, dass er Kontakt zu ihr aufnehmen könnte. "Ich glaube nicht, dass er Reue empfindet."

wa/fab (rtr, dpa, afp)

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