Reagan-Attentäter Hinckley auf freiem Fuß | Aktuell Amerika | DW | 10.09.2016
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Aktuell Amerika

Reagan-Attentäter Hinckley auf freiem Fuß

35 Jahre nach dem Anschlag auf den damaligen US-Präsidenten Reagan ist der Attentäter Hinckley aus einer psychiatrischen Klinik entlassen worden. Reagan und drei Mitarbeiter waren bei dem Attentat verletzt worden.

Reagan-Attentäter Hinckley (l.) bei einem Freigang im Jahre 2015 (Foto: AP)

Reagan-Attentäter Hinckley (l.) bei einem Freigang im Jahre 2015

Ein Gericht in Washington hatte bereits im Juli entschieden, dass John Hinckley auf freien Fuß gesetzt werden könne. Von dem 61-Jährigen gehe keine Gefahr mehr aus, so die Richter. Jetzt wurde Hinckley nach US-Medienberichten aus der geschlossenen Psychiatrie des St-Elizabeth-Krankenhauses in Washington entlassen.

Kugel knapp am Herzen

Hinckley hatte am 30. März 1981 in Washington auf US-Präsident Ronald Reagan geschossen, als dieser nach einer Rede ein Hotel verließ. Eine Kugel prallte an der Limousine des Präsidenten ab, traf Reagan und blieb nur wenige Zentimeter von seinem Herzen entfernt stecken. Neben dem Präsidenten wurden zwei Sicherheitsbeamte sowie sein Sprecher James Brady verletzt. Brady wurde von einer Kugel in den Kopf getroffen und überlebte nur knapp.

Kurz vor dem Attentat: Präsident Reagan (M.) verlässt das Hilton-Hotel in Washington (Archivfoto: White House/Getty Images)

Kurz vor dem Attentat: Präsident Reagan (M.) verlässt das Hilton-Hotel in Washington

Schütze psychisch krank

Hinckley wurde am Tatort festgenommen. Bei seinen Vernehmungen gab er an, mit dem Attentat habe er die Schauspielerin Jodie Foster beeindrucken wollen, von der er besessen war. 1982 sprach ein Geschworenengericht Hinckley von allen Anklagepunkten frei, da er zur Tatzeit geistig nicht zurechnungsfähig gewesen sei. Seitdem lebte er in dem Washingtoner Krankenhaus.

Seit 2006 hatte Hinckley die Klinik wiederholt verlassen dürfen, um seine im US-Bundestaat Virginia lebende Mutter besuchen. Bei ihr wird er jetzt auch wohnen, mit einer Reihe von gerichtlichen Auflagen. Der Kontakt zu Familienmitgliedern von Reagan ist ihm strikt untersagt, ebenso zu Jodie Foster.

Der 61-Jährige muss sich zudem weiterhin einer Therapie unterziehen. Das Gericht ordnete außerdem an, dass er ein GPS-fähiges Handy bei sich trägt, wann immer er das Haus seiner Mutter verlässt. Alkohol, Drogen, der Besitz von Schusswaffen sowie der Zugang zu sozialen Medien sind ihm untersagt.

Die Ronald-Reagan-Stiftung hatte die Entscheidung des Gerichts, Hinckley freizulassen, kritisiert. Reagan starb 2004.

wl/stu (dpa, rtre)