Rauland aus der Côte d′Ivoire | Lernerporträts | DW | 09.11.2020
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Lernerporträts

Rauland aus der Côte d'Ivoire

Deutsch hat mehr Wörter, als in eine Legoschachtel passen. Für Rauland ist die Sprache wie lebensnotwendiges Wasser. An einem Wort ist er allerdings gescheitert: Trotzdem ist es jetzt sein Lieblingswort.

Rauland aus der Côte d'Ivoire

Name: (Gnindeban Guy) Rauland

Land: Côte d'Ivoire

Geburtsjahr: 1994

Ich lerne Deutsch …
aus ganz vielen Gründen: Es ist eine geheimnisvolle Sprache. Es ist eine Sprache, die mehr beinhaltet als eine Legoschachtel, weil man immer wieder unglaublich viele neue Wörter bilden kann. Und für mich ist Deutsch wie Wasser, das ich zum Leben brauche.

Mein erster Tag in Deutschland war …
Ende August 2018. Direkt am ersten Tag machte ich meine Erfahrungen mit der deutschen Pünktlichkeit. Ich verpasste den Zug – obwohl ich nur eine halbe Minute verspätet war.

Das ist für mich typisch deutsch:
Deutsche wollen immer und überall die Besten sein und denken auch, dass sie es sind – egal, wie gut ein anderer ist.

Was ist in Deutschland so wie in meiner Heimat:
Dass die jungen Leute in beiden Ländern gern feiern.

In dieser deutschen Stadt würde ich gern leben:
Das wäre Hamburg. Da hab ich mich wohl gefühlt – auch weil es dort egal ist, welche Hautfarbe jemand hat.

Das werde ich an der deutschen Sprache nie verstehen:
Warum gibt es so viele Kommas? Warum gibt es so viele ähnlich klingende Begriffe? 

Mein deutsches Lieblingswort:
Eichhörnchen“. Nur wegen dieses Wortes bin ich im Studium einmal durchgefallen. Jetzt ist es aber mein Lieblingswort – auch weil die Aussprache für mich als französischer Muttersprachler nicht leicht ist.

Welche deutschen Wörter ich immer verwechsle:
„Art“ und „hart“. 

Meine liebste Redewendung:
Es gibt eine französische Redewendung, die wörtlich übersetzt heißt: „Schieb Oma nicht in die Brennnesseln!“ Das bedeutet so viel wie: Man darf nicht übertreiben! Man sollte die Kirche im Dorf lassen! Ich mag sie aber auch wegen der drei „n“ in „Brennnessel“.

Mein größter Wunsch oder Traum ist:
Bekannte Fußballer zu treffen und ein Fußballspiel von Bayern München in der Allianz Arena in München anzugucken.

Mein Tipp für andere Deutschlernende:
Lernt Deutsch nicht, weil andere euch dazu zwingen. Dann macht es nämlich keinen Spaß. Lernt es, weil ihr Freude daran habt. Und: Übt und festigt die Deklination – für mich ist das das Wichtigste. Perfekt seid ihr dann, wenn ihr mit den Komposita umgehen könnt.

Das würde ich von einer/einem Deutschen gern wissen:
Warum fragt ihr mich, ob ich „Afrikanisch“ sprechen kann?

Was mir die deutsche Sprache gebracht hat:
Sie hat mein gesamtes bisheriges Leben entscheidend geprägt – obwohl wir an der Universität als „Hitlers Kinder“ bezeichnet wurden. So habe ich etwa an internationalen Wettbewerben mit guten Erfolgen teilgenommen, ich engagiere mich in Deutschland im Umweltbereich und sozial und bin dort gut integriert (auch sprachlich). Im Sommer 2020 war ich Gast bei der Pressekonferenz im Auswärtigen Amt. Anlass waren die neuen Zahlen, wie viele Menschen weltweit Deutsch als Fremdsprache lernen.

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