Radioaktivität nach Atomunfall deutlich erhöht | Aktuell Europa | DW | 13.08.2019
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Russland

Radioaktivität nach Atomunfall deutlich erhöht

Nach der Explosion auf einem russischen Raketen-Testgelände vor einigen Tagen hatte die Regierung erklärt, die Strahlung sei unverändert. Wie sich jetzt herausstellt, entsprach das nicht den Tatsachen.

Russland Sewerodwinsk Militärgelände Njonoksa (Reuters/S. Yakovlev)

Zugang zum Testgelände Nyonoska, auf dessen Plattform im Meer sich der Atomunfall ereignete

Die Strahlung sei an nach dem Unfall auf das Vier- bis 16-fache gestiegen, teilte die staatliche Wetterbehörde der Nachrichtenagentur Tass zufolge mit. Das Verteidigungsministerium in Moskau hatte nach der Explosion am Donnerstag behauptet, es habe keinen Anstieg gegeben. Die Behörden von Sewerodwinsk sprachen von einem kurzfristigen Anstieg der Radioaktivität. Nach Angaben der Umweltschutzorganisation Greenpeace war die Strahlung sogar auf das 20-fache angestiegen.

Moskau bestätigt Arbeit an "neuen Waffen"

In der Stadt befindet sich eine Werft, in der Atom-U-Boote gebaut werden. Die Informationen darüber, was genau auf dem Testgelände passiert ist, sind spärlich. Bei dem Vorfall starben fünf Menschen.

Die Rüstungsexperten sollen nach Angaben der russischen Atombehörde an "neuen Waffen" gearbeitet haben. Allerdings nannte Rosatom keinen konkreten Waffentyp.

US-Experten gehen davon aus, dass es sich bei der Waffe um die atomar betriebene Rakete 9M730 Burewestnik ("Sturmvogel") handelt. Die Rakete war im Februar von Präsident Wladimir Putin vorgestellt worden, der sie als "unbezwingbar" und für die gegnerische Luftabwehr als "nicht aufspürbar" bezeichnete. Im NATO-Jargon wird der Raketentyp auch als SSC-X-9 Skyfall bezeichnet.

Trump: Lehrreich für die USA

US-Präsident Donald Trump bezeichnete den Unfall als lehrreich für die USA. Die Vereinigten Staaten lernten viel von dieser "Raketenexplosion", schrieb er im Kurzbotschaftendienst Twitter. Er führte ins Feld, dass die USA über eine "ähnliche, wenngleich mehr entwickelte" Technologie verfügten.

Diese Darstellung wurde von einem US-Experten umgehend in Zweifel gezogen. Trumps Mitteilung sei "bizarr", twitterte der Experte für Rüstungsangelegenheiten, Joe Cirincione. Die USA hätten kein Programm für atomar betriebene Raketen. Cirincione leitet die Stiftung Plougshares Fund, die sich für einen globalen Abbau von Atomwaffen einsetzt.


gri/ww (rtr, dpae, afp)

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