Rätselhafte Reisen: Große Escher-Ausstellung in Kulturhauptstadt Leeuwarden | Kunst | DW | 28.04.2018
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Kunst

Rätselhafte Reisen: Große Escher-Ausstellung in Kulturhauptstadt Leeuwarden

M.C. Escher ist einer der bekanntesten Grafik-Künstler des 20. Jahrhunderts. Das Fries Museum im niederländischen Leeuwarden präsentiert den Meister der Täuschung in einer großen Werkschau als reiselustigen Künstler.

Eine Treppe, die zu sich selbst führt, ein Wasserlauf, der sich gleichzeitig auf den Betrachter zu- und von ihm wegbewegt, eine unmögliche Lattenkiste: M.C. Eschers (1898 - 1972) Werk ist weltbekannt, vor allem für seine Darstellung perspektivischer Unmöglichkeiten. Für Laien ist Escher selbstredend ein großer Künstler. Doch für Kunsttheoretiker war Escher nie leicht einzuordnen. Unter Fachleuten galt Escher aufgrund seiner großen Faszination für Perspektive und geometrische Formen Zeit seines Lebens eher als mathematischer Grafiker denn als Künstler im klassischen Sinne. So wurde er oft in Mathematik-Vorlesungen eingeladen, obwohl er laut eigener Aussage keine Ahnung davon hatte. 

Viele Werke erstmalig wieder zu sehen

M.C Escher (The M.C. Escher Company, B.V.)

M.C Escher war ein Meister der Täuschung

Vom 28. April an präsentiert das Fries Museum im niederländischen Leeuwarden, Eschers Geburtsstadt, eine große Ausstellung mit Werken M.C. Eschers. Leeuwarden ist zusammen mit dem maltesischen Valletta Kulturhauptstadt 2018. Unter dem Titel "Escher auf Reisen" bildet die Ausstellung mit 80 Originaldrucken, 20 Zeichnungen und verschiedenen Fotografien und Objekten einen Querschnitt durch das Schaffen des reiselustigen Künstlers. Einige der Werke, die in der Werkschau zu sehen sind, wurden jahrzehntelang nicht in den Niederlanden ausgestellt. 

Bescheidene Schul- und Universitätslaufbahn

Als Maurits Cornelis Escher fünf Jahre alt ist, zieht seine Familie nach Arnheim, wo er seine Kindheit und Jugend verbringt. Seine schulischen Leistungen, selbst im Fach Kunst, sind bescheiden. Auch das Studium der Architektur in Haarlem ist nichts für ihn, doch einer seiner Grafik-Professoren, der Portugiese Jessurun de Mesquita, erkennt Eschers Begabung und unterrichtet ihn weiter in Grafiktechniken wie Holz- und Linolschnitt, obwohl Escher das Architekturstudium schon nach einer Woche abbricht.

Der Einfluss Südeuropas

Von 1921 an reist der Nordfriese immer wieder nach Italien und später durch den gesamten Mittelmeerraum bis Spanien und Portugal. Er bereist Italien meist zu Fuß oder mit Esel. Dort lernt er auch seine Frau Jetta kennen, die er 1924 in Viareggio heiratet. Das Paar lebt bis 1935 zusammen in der Nähe von Rom. Immer wieder zeichnet Escher mediterrane Dörfer, Gebäude und Landschaften, die er zu Hause in den Niederlanden zu Drucken verarbeitet. Die Eindrücke, die er in dieser, seiner wohl glücklichsten Zeit sammelt, bleiben ewige Inspirationsquellen für ihn. Die noch realistischen frühen Drucke, die nach seinen ersten Reisen entstehen, kehren später immer wieder zurück, zum Beispiel das Dorf Atrani an der Amalfiküste, das auch 1937 in "Metamorphose" zu sehen ist.

Das Werk Atrani, Amalfiküste von 1931 von M.C. Escher in der Ausstellung Escher’s Journey im Fries Museum. (The M.C. Escher Company, B.V.)

"Atrani, Amalfiküste" (1931)

In Südspanien besucht Escher die Alhambra und ist fasziniert von der mittelalterlichen Mosaik-Kunst der Mauren. In der Folge beschäftigt er sich intensiv bis zum Ende seines Lebens mit der Flächenfüllung durch gleichförmige Teilflächen, die er in seinen eigenen Grafiken und Zeichnungen meist mit fantastischen Figuren füllt. Escher zeichnet insgesamt 137 Flächenmuster. Als sein Meisterwerk gelten die "Metamorphosen", in denen Vögel zu Fischen oder Menschen zu Gebäuden werden.

Die unmöglichen Figuren

Das große Publikum kennt Escher vor allem für seine mathematischen Drucke, die mit Perspektiven spielen und unmögliche Konstruktionen erzeugen. Darunter die Werke "Treppauf Treppab", "Relativität", "Wasserfall" oder die "Zeichnenden Hände", die sich gegenseitig abbilden.

Wasserfall (1961) von M.C. Escher aus der Ausstellung Escher’s Journey im Fries Museum Leeuwarden. (The M.C. Escher Company, B.V.)

"Wasserfall" (1961) - eines der wohl bekanntesten Werke Eschers, das eine unmögliche Konstruktion darstellt, durch geschickte Verwendung von Perspektiven jedoch zunächst wie ein stabiles Gebäude wirkt

Die Ausstellung "Escher auf Reisen" im Fries Museum in Leeuwarden läuft vom 28. April bis zum 28. Oktober 2018. Das ganze Jahr lang finden zusätzlich zahlreiche weitere Veranstaltungen rund um M.C. Escher statt, darunter "Phantom Limb: Art beyond Escher", eine Ausstellung mit Installationen zeitgenössischer Künstler, die, wie Escher, die objektive Wahrnehmung infrage bzw. auf den Kopf stellen. Unter dem Titel "Planet Escher" organisiert das Museum außerdem Projekte mit Bezug zu Escher in ganz Nordfriesland.

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