Putin kündigt Retourkutsche auf US-Raketentest an | Aktuell Europa | DW | 23.08.2019
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Rüstung

Putin kündigt Retourkutsche auf US-Raketentest an

Die Kritik Russlands am ersten US-Raketentest nach dem Ausstieg aus dem Atomabrüstungsvertrag INF wird immer schärfer. Der Test zeige, dass die USA Schuld am Ende des Abkommens tragen würden, sagte Präsident Putin.

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Kurze Geschichte des INF-Vertrags

Russlands Präsident Wladimir Putin will mit einer "deckungsgleichen Antwort" auf den Test eines neuen Marschflugkörpers der USA reagieren. Russland müsse zuerst die Bedrohung durch die USA analysieren und dann "umfassende Maßnahmen" ergreifen, sagte der Kremlchef bei einer Sitzung des russischen Sicherheitsrates. Russland werde sich aber nicht in ein "kostspieliges, zerstörerisches Wettrüsten" hereinziehen lassen.

Er sehe den amerikanischen Raketentest auch als Beweis, dass die USA die Schuld für das Aus des wichtigen INF-Abrüstungsabkommen tragen würden. Der Test zeige, dass die wahre Absicht der USA eine Stationierung verbotener Waffen in verschiedenen Teilen der Welt sei, erklärte der Präsident. Die von den USA ins Spiel gebrachte Verlegung neuer Raketen in die Asien-Pazifik-Region betreffe
wegen der geografischen Nähe zudem russische Kerninteressen. 

USA Militär testet Marschflugkörper (picture-alliance/dpa/S. Howe)

Start in San Nicolas: Das US-Verteidigungsministerium testete einen Marschflugkörper

Die USA hatten am Wochenende und damit rund zwei Wochen nach dem Ende des INF-Abrüstungsvertrags von der Insel San Nicolas in Kalifornien einen Marschflugkörper abgefeuert. Dieser hatte nach Angaben des Pentagons sein Ziel nach mehr als 500 Kilometern Flug präzise erreicht. 

INF-Abkommen gilt seit August nicht mehr 

Der Test wäre nach dem INF-Vertrag verboten gewesen, der jedoch seit Anfang August nicht mehr gilt. Die USA hatten die Vereinbarung zum 2. August gekündigt, weil sie davon ausgehen, dass Russland sie seit Jahren verletzt. Das Abkommen untersagte beiden Seiten Produktion, Tests und Besitz bodengestützter ballistischer Raketen mit Reichweiten zwischen 500 und 5500 Kilometern.

Der Vertrag war 1987 zwischen den USA und der Sowjetunion geschlossen worden und sah den Verzicht auf landgestützte Marschflugkörper und Raketen mit einer Reichweite zwischen 500 und 5500 Kilometern vor. Damit sollten Möglichkeiten für einen Atomangriff mit sehr kurzer Vorlaufzeit verringert werden. Die Beendigung des Abkommens durch die USA und Russland hat weltweit die Ängste vor einem neuen und gefährlichen Rüstungswettlauf geschürt. 

sth/rb ( afp, dpa, rtr) 
 

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