Pussy Riot veröffentlichen neuen Protestsong | Kultur | DW | 18.07.2018
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Menschenrechte

Pussy Riot veröffentlichen neuen Protestsong

Nach der Gefängnisstrafe für vier Pussy-Riot-Mitglieder für den Platzsturm im WM-Finale fordert das Kollektiv die Freilassung Oppositioneller und veröffentlicht ein neues Lied über freundliche Polizisten.

Im neuen Song des russischen Punk-Kollektivs Pussy Riot "Track about a good Cop" ("Lied über einen guten Polizisten") protestieren Ordnungskräfte auf Seiten der Opposition, sie hätten genug von der Verfolgung Homosexueller. Außerdem sind sie erstaunlich freundlich zur Bevölkerung. Es sei ein "utopischer Traum von einer alternativen politischen Wirklichkeit", teilte die Gruppe mit.

Vorausgegangen war ein Platzsturm von vier Pussy-Riot-Mitgliedern während des Finalspiels der Fußball-WM in Moskau am Sonntag, den 15.07.2018. Drei Störerinnen und ihr männlicher Komplize waren dafür einen Tag später zu 15 Tagen Gefängnis verurteilt worden.

Liste von Forderungen

Mit der Veröffentlichung ihres neuen Songs stellten Pussy Riot auch eine Liste von Forderungen auf, darunter die Freilassung des Filmemachers Oleg Sentsov, der sich im Hungerstreik befindet und wegen Terrorismus zu einer 20-jährigen Haftstrafe verurteilt wurde.

Derweil muss der russische Regisseur Kirill Serebrennikow nach dem Urteil eines Moskauer Gerichts mindestens einen weiteren Monat im Hausarrest bleiben. Der Leiter des Gogol-Theaters war vor einem Jahr wegen der Unterschlagung von Fördergeldern verhaftet worden. Er bestreitet die Vorwürfe.

Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte verurteilt Russland 

Auch Mitglieder von Pussy Riot haben schon Bekanntschaft mit der russischen Justiz gemacht. Drei Künstlerinnen waren 2012 nach einem musikalischen Protest gegen Wladimir Putin in einer Moskauer Kirche zu zwei Jahren im Arbeitslager verurteilt worden. Erst am Dienstag (17.07.2018) verurteilte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte Russland zu Schadenersatzzahlungen an die drei bekanntesten Pussy-Riot-Mitglieder. Das Gericht befand, die Strafe sei unangemessen hoch ausgefallen, zudem seien die Frauen im Verfahren entwürdigend behandelt worden.

tla/suc (afp, rtr, sid, dpa)

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