PSA bleibt hart gegenüber Opel | Wirtschaft | DW | 24.04.2018
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Wirtschaft

PSA bleibt hart gegenüber Opel

Die Automarken Opel und Vauxhall haben ihrem neuen Mutterkonzern PSA einen Umsatzsprung beschert. Trotzdem bleibt PSA hart: Bei Opel muss gespart werden, die Mitarbeiter sollen auf Löhne verzichten.

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Kampf um Opel

Der Umsatz des französischen Autobauers Peugeot SA (PSA) ist im ersten Quartal um 42 Prozent auf 18,2 Milliarden Euro gestiegen, teilte das Unternehmen am Dienstag bei Paris mit.

Ohne die Neuerwerbung Opel mit seiner britischen Schwestermarke Vauxhall wäre der Anstieg deutlich geringer ausgefallen. Die ursprünglichen Kernmarken Peugeot, Citroen und DS kamen auf ein Umsatzplus von 13,3 Prozent.

Insgesamt verkaufte PSA in diesem Zeitraum über eine Million Autos, fast ein Viertel davon durch die neuen Sparten in Deutschland und Großbritannien.

PSA fordert Lohnverzicht von Opelanern

Trotz des Umsatzsprungs zeigt PSA weiter Härte im Streit über den Erhalt von Arbeitsplätzen in Deutschland. Nach einem eigenen Sparprogramm will PSA auch bei den beiden Neuzugänge die Rentabilität erhöhen. Die Pläne für Opel und Vauxhall entwickelten sich wie vorgesehen, um "diese starke Leistung zu einer soliden Basis für die Zukunft zu machen", erklärte der PSA-Finanzvorstand Jean-Baptiste de Chatillon.

PSA hatte Opel im vergangenen Jahr von General Motors übernommen. Nachdem PSA 2014 selbst noch mit Kapitalspritzen gestützt werden musste, legt das Unternehmen inzwischen Rekordrenditen vor. Konzernchef Carlos Tavares setzte dafür in Frankreich und auch Großbritannien harte Einsparungen durch und will nun auch die deutschen Werke auf Kurs bringen.

So pocht er auf Lohnverzicht der Beschäftigten, um die Arbeitskosten hierzulande auf das niedrigere Niveau des Gesamtkonzerns zu drücken. PSA bemühe sich, bei der Gewerkschaft IG Metall Ausnahmeregelungen bei den Tarifen zu erreichen, erklärte der PSA-Finanzchef am Dienstag bei Vorlage der Zahlen vom ersten Quartal.

Die Opel-Belegschaft liegt deshalb mit der neuen Muttergesellschaft über Kreuz: Betriebsrat und IG Metall werfen den Franzosen nach gut einem halben Jahr ergebnisloser Verhandlungen vor, mit einem Kahlschlag in Deutschland die Marke mit dem Blitz zu gefährden. Laut Gewerkschaften steht in Deutschland vor allem das kleinste Werk in Eisenach auf der Kippe.

Marke mit dem Blitz in Gefahr?

Rund 1400 Opel-Mitarbeiter aus Eisenach und anderen deutschen Werken protestierten am Dienstagnachmittag in der thüringischen Fabrik und forderten ein zukunftsfähiges Angebot der Arbeitgeber. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) sprach vor den Protestierenden und sagte, Opel dürfe nicht zu einer Verwertungsmarke werden: "Opel muss leben."

Der Autobauer Opel ist nach Angaben seines Vorstandschefs Michael Lohscheller unverändert zu Investitionen in seine Werke in Deutschland bereit. Das Beispiel Eisenach zeige, dass die Pläne bereits auf dem Tisch lägen, erklärte der Manager am Montag in einer internen Botschaft an die mehr als 18.000 Mitarbeiter in den Werken Eisenach, Rüsselsheim und Kaiserslautern. Die Pläne könnten aber noch nicht umgesetzt werden, weil das notwendige Niveau der Wettbewerbsfähigkeit noch nicht erreicht sei.

Deutschland Adam Opel AG in Eisenach (picture-alliance/dpa/arifoto UG)

Hier in Eisenach sind Protestaktionen geplant

Die Pläne für Eisenach stellten sogar eine Verbesserung des bestehenden Tarifvertrages dar, führte Lohscheller im erneuten Gegensatz zu Aussagen der IG Metall aus. Bereits im ersten Halbjahr 2019 könne die Produktion eines neuen Fahrzeugs beginnen, das ab 2020 auch in einer Elektro-Hybridversion herzustellen wäre. Berichte über mögliche Schließungen der Werke Eisenach und Kaiserslautern nach gescheiterten Verhandlungen bezeichnete der Opel-Chef als "Horror-Szenarien".

IG Metall: Erpressung!

Die IG Metall hatte dem französischen Opel-Mutterkonzern PSA Erpressung vorgeworfen und einen detaillierten Unternehmensplan für die kommenden Jahre verlangt. Die Opel-Führung habe für die Sicherung von gerade mal 1800 Arbeitsplätzen weitgehende finanzielle Einbußen für sämtliche Beschäftigte verlangt. Im Werk Eisenach soll laut Gewerkschaft nach den bisherigen Planungen rund die Hälfte der 1800 Beschäftigten gehen.

In einer ersten Reaktion auf die Botschaft vom Montag hielt der Gesamtbetriebsrat Lohscheller vor, dass die in den Tarifverträgen festgelegten Produkt- und Projektbelegungen nicht eingehalten würden. "Es ist an der Zeit, dass Herr Lohscheller endlich ein verhandlungsfähiges Angebot für Opel in Deutschland vorlegt! Lohnzugeständnisse sind kein Selbstzweck", erklärte das Gremium.

iw/bea (rtr, dpa)

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