Prozess gegen Air France wegen Flugzeugabsturz beantragt | Aktuell Europa | DW | 17.07.2019
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Katastrophe

Prozess gegen Air France wegen Flugzeugabsturz beantragt

Zehn Jahre nach dem Absturz einer Air-France-Maschine über dem Atlantik mit 228 Toten will die französische Staatsanwaltschaft die Fluggesellschaft zur Rechenschaft ziehen. Das Unglück wäre vermeidbar gewesen, heißt es.

Trümmerteile nach Flugzeugabsturz Air France AF 447 (picture-alliance/dpa/Brazilian Air Force)

Kurz nach dem Unglück im Juni 2009 bargen Soldaten Trümmerteile der Air-France-Maschine aus dem Atlanktik

Der Vorwurf lautet unter anderem auf "Fahrlässigkeit", wie es aus französischen Justizkreisen hieß. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hatte die Fluggesellschaft ihre Piloten bei entsprechenden Problemen, die zum Absturz des Airbus 330 führten, nicht ausreichend geschult. Es liegt nun im Ermessen eines Ermittlungsrichters, einen Prozess gegen Air France anzusetzen.

Der Air-France-Maschine war am 1. Juni 2009 auf dem Weg von Rio de Janeiro nach Paris über dem Atlantik 650 Kilometer vor der brasilianischen Inselgruppe Fernando de Noronha abgestürzt. 228 Passagiere und Besatzungsmitglieder kamen ums Leben. Erst zwei Jahre nach dem Unglück wurden der Flugdatenschreiber und die letzten Leichen aus etwa 4000 Metern Tiefe geborgen.

Frankreich Le Bourget | Pressekonferenz zu Flugzeugabsturz der Air France Maschine 447 (Getty Images/AFP/P. Kovarik)

Eine Karte zum Verlauf des Unglücksfluges bei einer Pressekonferenz im Jahr 2012

Lange war die Ursache unklar. Die Maschine des Flugs AF 447 war in ein schweres Gewitter geraten. In mehr als 11.000 Metern Höhe vereisten die Sensoren, so dass die Piloten keine Angaben zur Geschwindigkeit der Maschine mehr hatten. Ermittler stellten fest, dass die Crew mit der Lage überfordert war. In einem Gutachten hieß es, eigentlich seit die Situation beherrschbar und der Absturz vermeidbar gewesen.

Unglückliche Verkettung

Die französische Justiz ermittelt seit Frühjahr 2011 gegen den Flugzeugbauer Airbus und die Fluggesellschaft Air France wegen fahrlässiger Tötung. Die französische Luftfahrtermittlungsbehörde (BEA) hatte dazu im Juli 2012 festgestellt, dass eine unglückliche Verkettung von menschlichen und technischen Fehlern zu dem Absturz führten.

Air France Rio Paris Absturz 2009 Flugschreiber (picture alliance / dpa)

Erst im Mai 2011 wurde der Flugschreiber am Meeresgrund gefunden

Die Staatsanwaltschaft argumentiert nun, die Airline habe ihre Sorgfaltspflicht verletzt, indem sie die Besatzung nicht ausreichend über frühere Vorfälle mit dem sogenannten Pitot-Sonden und entsprechende Verhaltensweisen informierte. Gutachter wiesen zwar den Piloten klar die Hauptschuld zu, warfen aber auch Air France diese Mitschuld vor.

Die Vorwürfe gegen den Flugzeugbauer Airbus ließ die Staatsanwaltschaft dagegen fallen. Sie reichen demnach nicht für ein Strafverfahren.

ust/sti (afp, dpa)

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