Protestmüdigkeit in Hongkong? | Aktuell Asien | DW | 03.12.2017
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Asien

Protestmüdigkeit in Hongkong?

In Hongkong haben nur etwa tausend Menschen für mehr Demokratie demonstriert. Bei den Protesten in den vergangenen Monaten waren regelmäßig Zehntausende gegen die von Peking eingesetzte Regierung auf die Straße gegangen.

Die Demonstranten kritisierten die pekingtreue Regierung in der chinesischen Sonderverwaltungszone und solidarisierten sich mit dem Aktivisten Joshua Wong, der an der Spitze des Demonstrationszugs lief. Der 21-jährige Wong war im Zusammenhang mit seiner führenden Rolle in der Demokratiebewegung im August zu einer mehrmonatigen Haftstrafe verurteilt worden.

Im Oktober kam er gegen Auflagen vorzeitig auf freien Fuß. Er muss sich jedoch am kommenden Donnerstag erneut vor Gericht verantworten. In einem für die Hongkonger Gerichte ungewöhnlichen Schritt hatten die Staatsanwälte gegen das in ihren Augen milde Urteil gegen Wong Berufung eingelegt.

Hongkong Studentenproteste Pro Demokratie (picture-alliance/Zuma/J. Russel)

Joshua Wong (links) und Nathan Law von der Studentenbewegung in Hongkong

Wong war eines der prominentesten Gesichter der sogenannten "Regenschirmbewegung", die 2014 für politische Reformen kämpfte. Bei den Protesten hatten zeitweise zehntausende Menschen mehr Demokratie und freie Wahlen in Hongkong gefordert.

Protestmüdigkeit

Venus Chung, die regelmäßig an Protestmärschen teilnimmt, sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass sie nicht von den geringen Teilnehmerzahlen überrascht sei, da viele Menschen in Hong Kong eine Protestmüdigkeit entwickelt hätten. Der Grund sei, dass die Bewegung ihr Ziel des allgemeinen Wahlrechts bei der Wahl des Generaldirektors, des ranghöchsten Politikers der Stadt, nicht erreicht hätte.

Großbritannien hatte seine ehemalige Kronkolonie Hongkong 1997 an China zurückgegeben. Nach dem Prinzip "Ein Land, zwei Systeme" wurden Hongkong dabei für 50 Jahre Freiheiten und Rechte garantiert, die es in der Volksrepublik nicht gibt. Die Demokratiebewegung wirft Peking jedoch vor, sich zunehmend in die Angelegenheiten Hongkongs einzumischen und damit Autonomievereinbarungen zu verletzen.

cgn/jj (afp, dpae)