Proteste gegen Wirtschaftspolitik im Libanon | Aktuell Welt | DW | 29.09.2019
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Naher Osten

Proteste gegen Wirtschaftspolitik im Libanon

Die Staatsverschuldung ist mit etwa 150 Prozent eine der höchsten der Welt. Steigende Verbraucherpreise sorgen für Unmut. Jetzt sind in mehreren Städten des Libanon hunderte Menschen auf die Straße gegangen.

Die Demonstranten versammelten sich in mehreren Städten, um gegen soziale Missstände und die Wirtschaftspolitik der Regierung zu protestieren. Hunderte von ihnen versammelten sich im Zentrum der Hauptstadt Beirut und sperrten umliegende Straßen mit brennenden Reifen ab.

Das Land mit 6,8 Millionen Einwohnern kämpft mit einer Wirtschafts- und Finanzkrise. Die Staatsverschuldung liegt bei 86 Milliarden US-Dollar, was einer Quote von etwa 150 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) entspricht. Es ist eine der höchsten Schuldenquoten weltweit. Mit Japan, Griechenland, dem Sudan und Venezuela zählt der Libanon zu den am höchsten verschuldeten Ländern.

Libanon Proteste Ausschreitungen (picture-alliance/AA/H. Chbaro)

Demonstranten blockierten mit brennenden Autoreifen die Straßen in Beirut

In den vergangenen Tagen führte eine Knappheit an US-Dollar zu einer Panikreaktion vor allem bei kleinen Unternehmen und Banken. Das auch als Lira bekannte Libanesische Pfund war im Zuge der starken Inflation nach dem Bürgerkrieg 1997 an den US-Dollar gekoppelt worden. Örtliche Wechselstuben hoben den Kurs zuletzt trotzdem auf 1650 Pfund pro Dollar an, obwohl der festgelegte Wechselkurs bei etwa 1500 Pfund liegt. In der Bevölkerung wächst die Sorge, das die Dollar-Kopplung künftig keine Stabilität mehr garantieren könnte.

Auch der seit acht Jahren laufende Bürgerkrieg im benachbarten Syrien macht dem Libanon zu schaffen. Mit geschätzt 1,5 Millionen syrischen Flüchtlingen hat das Land pro Kopf nach UN-Angaben die höchste Zahl an Flüchtlingen weltweit aufgenommen.

nob/haz (dpa, rtre)

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