Proteste gegen stinkende Müll-Berge im Libanon | Aktuell Nahost | DW | 23.08.2015
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Aktuell Nahost

Proteste gegen stinkende Müll-Berge im Libanon

In Beirut haben Tausende Libanesen die Regierung zum Rücktritt aufgefordert. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer gegen die Demonstranten ein.

Die Beamten feuerten zur Abschreckung in die Luft, um die Menschenmenge auseinanderzutreiben. Bei den Zusammenstößen wurden nach Polizeiangaben mindestens 35 Menschen verletzt. Das Zentrum der Hauptstadt mit den Parlaments- und Regierungsgebäuden wurde abgesperrt.

In den Straßen türmt sich der Müll

Es sind die heftigsten Proteste gegen die Regierung seit Wochen. Anstoß sind Berge von Müll, die mitten im Sommer wochenlang in der Hauptstadt nicht abgeholt wurden. Die Politiker waren nicht in der Lage, sich zu einigen, wohin dieser transportiert werden sollte. Ministerpräsident Tammam Salam will die Krise an diesem Sonntag zum Thema einer Regierungsansprache machen.

Seitdem die größte Müllkippe des Libanon Mitte Juli geschlossen wurde, gibt es in dem Land ein gravierendes Müllproblem. Einige Gemeinden sammeln zwar den Abfall der Haushalte ein, laden ihn dann aber auf illegalen Müllplätzen ab.

Libanon: Entsorgung stinkender Müllberge in Beirut

Der Abfall stinkt zum Himmel - Atemschutzmasken sind für die Müllmänner unerlässlich

Die Bewegung "Ihr stinkt" hatte in den vergangenen Wochen bereits mit mehreren Demonstrationen eine Lösung für das Müllproblem gefordert.

Es gibt nicht nur ein Müll-Problem

Derzeit wird das Land von einer Regierung der nationalen Einheit geführt. Dem Staat wird seit langem vorgeworfen, zu wenig für die Entwicklung des Landes und die Infrastruktur zu tun. In Beirut gehören - neben dem ungelösten Müllproblem - auch tägliche Stromausfälle zum Alltag. Auch 25 Jahre nach Ende des Bürgerkriegs wartet der Libanon auf eine Modernisierung.

Verschärft wird die Situation dadurch, dass in den vergangenen Monaten zehntausende von Flüchtlingen aus Syrien Schutz im Libanon gesucht haben. Dadurch ist der Strom- und Wasserbedarf gestiegen, gleichzeitig fällt auch mehr Müll in den Haushalten an.

haz/qu (rtr, afp, ap)

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