Proteste gegen Corona-Maßnahmen in Berlin | Aktuell Deutschland | DW | 01.08.2021
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Deutschland

Proteste gegen Corona-Maßnahmen in Berlin

Die Behörden hatten mehrere Demonstrationen verboten. Dennoch gingen in Berlin tausende Menschen auf die Straße, um gegen die Vorschriften im Umgang mit dem Coronavirus zu protestieren. Vereinzelt gab es Gewalt.

Polizei und Demonstranten

Immer wieder stehen sich Polizisten und Demonstranten gegenüber

Mehrere tausend Gegner der Corona-Politik der Bundesregierung haben sich laut Polizei-Schätzungen an nicht genehmigten Demonstrationen in Berlin beteiligt. Ein Protestzug erreichte die Siegessäule an der Straße des 17. Juni. Dort war eine Kundgebung der Initiative "Querdenken 711" geplant gewesen. Die Behörden hatten die für 22.500 Teilnehmer angemeldete Demonstration unter anderem mit dem Hinweis untersagt, dass die Abstands- und Hygieneregeln nicht eingehalten werden könnten.

Wasserwerfer an der Siegessäule

Wasserwerfer an der Siegessäule

Die Polizei drohte mit dem Einsatz von Wasserwerfern und forderte die Menschen auf, den Bereich zu verlassen. Auch an anderer Stelle in Berlin sammelten sich immer wieder Gegner der Corona-Beschränkungen. Sie riefen etwa "Schluss mit der Corona-Diktatur".

Andere hielten Transparente wie "Kein Test: Keine Pandemie" hoch. Wieder andere nutzten Trillerpfeifen, Fahnen, Trommeln und skandierten "Friede, Freiheit, Demokratie" oder "Wir sind das Volk". Manche waren mit Luftballons in Herzform unterwegs.

Demonstranten mit dem Schild Freiheit, keine Zwangsimpfung für Kinder

Auch gegen eine mögliche Impfempfehlung für Kinder gibt es Proteste

Mancherorts zogen Gegner der Corona-Maßnahmen zu Hunderten durch die Straßen, ohne, dass Polizei zu sehen war.

An anderer Stelle sprachen Reporter vor Ort von einer teilweise aggressiven Stimmung. Es kam zu Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften. Die Polizei twitterte:

Begonnen hatte der Protest am Berliner Olympiastadion. Dort sollte am Sonntagvormittag ein genehmigter Autokorso starten. Protestierende wollten auch zu Fuß oder im Reisebus daran teilnehmen. Dies war untersagt. Daraufhin versammelten sich hunderte Demonstranten im Stadtteil Charlottenburg und zogen durch die Straßen.

Dabei seien Absperrungen ignoriert und teilweise überrannt und Einsatzkräfte angegriffen worden, erklärte die Polizei. Demonstrierende hätten versucht, die Polizeikette zu durchbrechen und Beamte herauszuziehen.

Polizist greift Demonstranten hart an der Schulter

Manche Einsatzkräfte versuchen rigoros, die Straßen zu räumen

Insgesamt hatte die Berliner Polizei mehr als 2200 Beamte im Einsatz. Es gab diverse Festnahmen. Unter ihnen sollen auch Aktivisten der "Querdenker"-Szene sein.

Der Sprecher der Gruppierung "Querdenken 711", Michael Ballweg, erklärte vor Beginn der Proteste, seine Initiative akzeptiere das Verbot der Demonstration. Freiheit lasse sich aber nicht verbieten. "Die Menschen stehen jetzt eigenständig für ihre Grundrechte ein. Und die Versammlungen finden trotzdem statt."

se/sti (rbb, tagesspiegel, dpa, afp, epd) 

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