Proteste gegen Amtseinführung von Präsident Kenyatta | Aktuell Afrika | DW | 28.11.2017
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Kenia

Proteste gegen Amtseinführung von Präsident Kenyatta

Der wiedergewählte kenianische Präsident Uhuru Kenyatta hat im Stadion von Nairobi vor tausenden Menschen den Amtseid abgelegt. Die Zeremonie wurde von Zusammenstößen zwischen Oppositionellen und Polizisten überschattet.

Kenia Amtseinführung Präsident Kenyatta (Reuters/T. Mukoya)

Präsident Kenyatta bei der Vereidigung im Stadion von Nairobi

Im größten Stadion des ostafrikanischen Landes ist Staatspräsidenten Uhuru Kenyatta für eine zweite fünfjährige Amtszeit vereidigt worden. Der 56-jährige Politiker legte den Amtseid auf eine Bibel ab, die schon seinem Vater Jomo Kenyatta bei dessen Amtseid nach der Unabhängigkeitserklärung von 1963 gedient hatte. Während Tausende Menschen der Zeremonie beiwohnten, kam es vor dem Kasarani-Stadion zu Ausschreitungen.

Kenia Amtseinführung Präsident Kenyatta (Reuters/B. Ratner)

Die Polizei geht mit Tränengas gegen Menschen vor, die ins Stadion drängen

Die Polizei ging mit Tränengas und Schlagstöcken gegen Anhänger und Gegner des Staatschefs vor. Sie hinderte Anhänger des Präsidenten mit Tränengas daran, in die Sportstätte vorzudringen. Das Oppositionsbündnis National Super Alliance (Nasa) versuchte unterdessen, im Südosten der Hauptstadt eine Versammlung zum Gedenken an die mehr als 50 Menschen abzuhalten, die bei Protesten seit der Präsidentenwahl im August getötet worden waren - größtenteils von Polizisten. Auch hier setzte die Polizei Tränengas und Schlagstöcke ein, um den Trauermarsch aufzulösen.

Umstrittener Wahlprozess

Zu Kenyattas Amtseinführung in dem 60.000 Menschen fassenden Stadion hatten sich zahlreiche Staatsoberhäupter und Regierungschefs vor allem aus Afrika angesagt. Kenyatta war Ende Oktober mit mehr als 98 Prozent der Stimmen als klarer Sieger aus der Neuauflage der Präsidentenwahl hervorgegangen - die Beteiligung lag allerdings nur bei 39 Prozent. Das Oppositionsbündnis Nasa von Herausforderer Raila Odinga boykottierte die Abstimmung.

Odinga weigert sich auch, den Sieg seines Gegners Kenyatta anzuerkennen. Doch der Oberste Gerichtshof bestätigte am Montag vergangener Woche Kenyattas Wiederwahl und wies zwei Einsprüche gegen das Wahlergebnis zurück.

An der später annullierten ersten Wahl vom 8. August hatten sich noch fast 80 Prozent der Stimmberechtigten beteiligt. Das Oberste Gericht hatte damals wegen Unregelmäßigkeiten eine Wiederholung der Wahl angeordnet - ein bis dahin beispielloser Schritt auf dem afrikanischen Kontinent.

kle/ww (afp, ape, epd, rtre)

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