Prinz William gedenkt in Israel der Opfer des Holocaust | Aktuell Nahost | DW | 26.06.2018
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Monarchie

Prinz William gedenkt in Israel der Opfer des Holocaust

Als erstes Mitglied der britischen Königsfamilie besucht Prinz William offiziell Israel und die Palästinensergebiete. Politische Absichten sind mit dem royalen Besuch im Nahen Osten aber nicht verbunden.

Israel - Prince William besucht die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem (picture-alliance/newscom/D. Hill)

Prinz William in Yad Vashem

Die Nummer zwei in der britischen Thronfolge ist offiziell zu Gast in Israel und den besetzten Palästinensergebieten. Zum Auftakt seiner Reise in die Krisenregion gedachte William der Opfer des Holocaust. Der britische Prinz fachte das ewige Feuer in der Holocaust-Gedenkstätte in Jerusalem an und legte einen Kranz nieder. Außerdem traf er zwei Überlebende des Holocaust, die als Kinder aus Nazi-Deutschland nach Großbritannien geflohen waren.

Gespräche mit Präsident und Premier 

Nach seinem Besuch in Yad Vashem wurde der 36-Jährige auch von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und dessen Frau Sara empfangen. Auf dem Programm stand danach ein Gespräch mit Präsident Reuven Rivlin. Der britische Generalkonsul in Jerusalem, Philip Hall, legte Wert auf die Klarstellung, dass es sich ungeachtet der Schwierigkeiten im Nahost-Friedensprozess nicht um einen politischen Besuch handele.

Israel - Prince William trifft Kinder in Jaffa (picture alliance/AP Photo/H. Levine)

Der Prinz im Small Talk mit israelischen und arabischen Kindern in Jaffa

Am Mittwoch soll William in Ramallah mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas zusammenkommen. Auch mit palästinensischen Flüchtlingen und jungen Menschen will er sprechen. Der Prinz bereist seit Sonntag den Nahen Osten. In Jordanien hatte er Kronprinz Al-Hussein bin Abdullah sowie syrische Flüchtlinge im Norden des Landes getroffen.

Die Spannungen in Israel und den Palästinensergebieten haben sich in den vergangenen Monaten verschärft. Seit Ende März protestieren immer wieder Palästinenser an der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Israel; seither tötete die israelische Armee nach palästinensischen Angaben mehr als 130 Palästinenser. Auch die umstrittene Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem Mitte Mai führte zu blutigen Unruhen.

Nach Balfour-Deklaration kam Krieg und Vertreibung

Großbritannien hatte als ehemalige Mandatsmacht in Palästina großen Einfluss auf die historischen Entwicklungen in der gesamten Region. Im November 1917 hatte der britische Außenminister Arthur Balfour etwa in einem Schreiben an den britischen Zionisten Lionel Walter Rothschild zugesichert, das Vorhaben einer nationalen Heimstätte für Juden in Palästina zu unterstützen.

Die Erklärung bahnte den Weg für die Gründung des Staates Israel 1948. Der Staatsgründung folgte allerdings auch ein Krieg mit den arabischen Nachbarn und die Flucht und Vertreibung von rund 700.000 Palästinensern. Auf palästinensischer Seite gilt das Schreiben daher als tragischer historischer Fehler. 

SC/jj (afp, dpa)