Preisverleihung: Goslarer Kaiserring für Wolfgang Tillmans | Kunst | DW | 29.09.2018
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Kunstpreis

Preisverleihung: Goslarer Kaiserring für Wolfgang Tillmans

Der Kaiserring gehört zu den renommiertesten Kunstpreisen in Deutschland. Jetzt nahm ihn der Künstler Wolfgang Tillmans in Goslar entgegen – für seine Fotografie "zwischen Poesie und Ernüchterung", so die Jury.

Tillmans zählt zu den wichtigsten zeitgenössischen Künstlern. In allen großen Museen der Welt hatte er bereits Einzelausstellungen, in der Londoner Tate Modern, der Foundation Beyeler in Basel und den Hamburger Deichtorhallen. Bekannt geworden ist er vor allem mit seinen verfremdeten großformatigen Fotografien.

Die Jury verlieh dem deutschen Künstler den Goslarer Kaiserring für sein bemerkenswert vielschichtiges Lebenswerk: "Angetrieben wurde er dabei von den großen Fragen: nach der Wahrheit (auch nach der des Bildes), nach Erkenntnisgewinn, nach der Wahrnehmung der Gestirne, nach der Dokumentation der Fülle und Flüchtigkeit des unmittelbaren Lebens, nach Schönheit, nach Freundschaft, nach Freiheit", so die Jurybegründung.

Wolfgang Tillmans in seinem Londoner Studio (Birgit Kleber)

Der Künstler in seinem Londoner Studio

Geboren wurde Wolfgang Tillmans 1968 in Remscheid, einer kleinen Stadt im Rheinland. Schon als Jugendlicher experimentierte er mit Collagen aus Zeitschriften und anderen Materialien. Nach einer Zeit in Hamburg, wo er als Fotograf für Szenezeitschriften wie "Prinz" und "Tango" arbeitete,  zog es ihn ins Ausland: von 1990 bis 1992 studiert er Kunst am britischen Bournemouth & Pool College of Art & Design.

Chronist seiner Generation

Mit seiner Kamera wurde er in den 1990er Jahren zum Chronisten seiner Generation. Bilder aus der Technoszene, aus Clubs, von der Love Parade, aber auch ungewöhnliche Aktfotografien von seinen meist männlichen Freunden machten ihn international bekannt. Später kamen außergewöhnliche Modeaufnahmen mit Super-Models wie Naomi Campbell und Kate Moss dazu, die seine Karriere als künstlerischer Fotograf begründeten. Er wurde zum Star der Kunstszene.

Wolfgang Tillmans, Freischwimmer 33 (picture alliance/dpa/VAN HAM Kunstauktionen GmbH & Co. KG)

Tillmans experimentiert mit fotografischen Farbgebungen - ohne Kamera

Nach seinem plötzlichen Erfolg ging Tillmans mehrere Jahre auf Reisen: nach Nordafrika, Feuerland, Papua-Neuguinea und Saudi Arabien. Inzwischen arbeitet Wolfgang Tillmans auch künstlerisch mit Fotopapier, das er zu Materialbilder verformt.

Künstlerisches Multitalent

Neben der Kunst betätigt er sich auch als Sänger, Musiker und Musikproduzent. 2016 kam sein Album "Fragile" raus, das den Namen seines Bandprojektes trägt. Seit 2006 betrieb er in London, wo er lange Zeit gelebt hat, einen non-profit-Ausstellungsraum "Between Bridges", den er 2014 nach seiner Rückkehr nach Berlin dort neu aufmachte.

Als erstem Fotografen und nichtbritischem Künstler wurde ihm im Jahr 2000 der Turner Prize, der als "Oscar" der Kunstwelt gilt, verliehen. Seit 2012 ist Wolfgang Tillmans auch Mitglied der Berliner Akademie der Künste, 2013 wurde er in der britischen Royal Academy of Arts aufgenommen.

Vor ihm erhielten international bekannte Künstler wie Isa Genzken, Olafur Eliasson, David Lynch und Andreas Gursky den Goslarer Kaiserring.

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