Präsidentenwahl in Mali geht in die nächste Runde | Aktuell Afrika | DW | 02.08.2018
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Stichwahl

Präsidentenwahl in Mali geht in die nächste Runde

Der zukünftige Präsident von Mali muss in einer Stichwahl ermittelt werden. Im ersten Wahlgang erhielt Amtsinhaber Ibrahim Boubacar Keita zwar die meisten Stimmen, erreichte aber nicht die absolute Mehrheit.

Mali Wahl Bildkombo | Ibrahim Boubacar Keita & Soumaila Cisse

Amtsinhaber Ibrahim Boubacar Keita und Oppositionsführer Soumaila Cisse (r.)

Keita (Artikelbild) habe in der ersten Runde 41,4 Prozent der Stimmen erzielt, sagte der für Gebietsverwaltung zuständige Minister Mohammed Ag Erlafk im Fernsehsender ORTM. Damit verfehlte Keita die nötigen 50 Prozent, um sich direkt im ersten Wahlgang eine zweite Amtszeit zu sichern. Zweiter Kandidat in der für den 12. August angesetzten Stichwahl ist Oppositionsführer Soumaila Cisse. Er erhielt 17,8 Prozent der Stimmen.

Auf Platz drei kam den Angaben zufolge der Geschäftsmann Aliou Diallo mit knapp acht Prozent. Knapp dahinter landete der frühere Chef der Übergangsregierung, Cheick Modibo Diarra, mit knapp 7,5 Prozent.

Erster Wahlgang von Gewalt überschattet

Die internationale Gemeinschaft erhofft sich von der Wahl in dem westafrikanischen Land neue Impulse für den Friedensprozess.
Seit dem Amtsantritt von Keita hat sich die Sicherheitslage in dem westafrikanischen Staat dramatisch verschlechtert. So gibt es einen Aufstand der Tuareg-Volksgruppe und Angriffe radikaler Islamisten vor allem im Norden und in der Mitte des Landes.

Mali Wahlen (Imago/Le Pictorium/N. Remene )

Nicht überall im Land konnten die Wähler in der ersten Runde ihre Stimme abgeben

Die Wahlbeteiligung lag bei 43 Prozent. Allerdings wurde die Abstimmung von gewaltsamen Zwischenfällen überschattet. Deshalb konnten die Wähler in Hunderten Wahllokalen im Norden und Zentrum des Landes nicht abstimmen. Dies löste Fragen über die Aussagekraft der Wahl aus.

Der Norden Malis gilt als Rückzugsgebiet mehrerer mit Al-Kaida verbundener islamistischer Terrororganisationen. Eine rund 14.000 Mann starke UN-Friedenstruppe bemüht sich seit 2013 um eine Stabilisierung des Landes. Die Bundeswehr beteiligt sich mit mehr als tausend Soldaten an den Mali-Missionen der UN und der EU. Es ist ihr zweitgrößter Auslandseinsatz nach Afghanistan.

ww/nob (afp, dpa, rtr)

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