Präsidenten-Stichwahl in Sierra Leone verschoben | Aktuell Afrika | DW | 26.03.2018
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Westafrika

Präsidenten-Stichwahl in Sierra Leone verschoben

Noch etwas Geduld bitte! Die Wähler im westafrikanischen Sierra Leone müssen vier Tage länger warten, ehe sie in der Stichwahl entscheiden dürfen, wer der nächste Präsident wird. Das entschied das Oberste Gericht.

Sierra Leone Julius Mada Bio Präsidentschaftskandidat (Getty Images/AFP/I. Sanogo)

Der Oppositionskandidat Julius Maada Bio geht als Favorit in die Stichwahl

Die Stichwahl um das Präsidentenamt in Sierra Leone ist um vier Tage verschoben worden und soll nun am 31. März stattfinden. Das legte das Oberste Gericht nach einer entsprechenden Bitte der Wahlkommission fest. Rund 3,2 Millionen Wahlberechtigte sind aufgerufen, sich zwischen dem Oppositionskandidaten Julius Maada Bio und dem bisherigen Außenminister Samura Kamara zu entscheiden.

Bio vom Oppositionsbündnis SLPP lag in der ersten Runde mit 43,3 Prozent der Stimmen knapp vor Kamara mit 42,7 Prozent. Insgesamt hatten sich in der ersten Runde 16 Kandidaten zur Wahl gestellt. Eine Mehrzahl der ausgeschiedenen Kandidaten rief ihre Anhänger dazu auf, in der Stichwahl für das Oppositionslager zu stimmen. Es ist die erste Präsidentenwahl in Sierra Leone nach der verheerenden Ebola-Epidemie, der fast 4000 Menschen zum Opfer fielen. Die Wirtschaft brach in Folge der Epidemie von 2014 bis 2016 um ein Viertel ein, die staatliche Entwicklung wurde um Jahre zurückgeworfen. Sierra Leone gehört einem UN-Index zufolge zu den zehn ärmsten Ländern der Welt.

Amtsinhaber darf nicht mehr antreten

Bio verspricht den Wählern, gegen Korruption zu kämpfen und die Wirtschaft anzukurbeln. Der bisherige Präsident Ernest Bai Koroma durfte nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten. Die Wahllokale sollen von 6 Uhr Ortszeit bis 16 Uhr Ortszeit (8 Uhr MESZ bis 18 Uhr MESZ) geöffnet sein. Ein Gericht hatte erst am Dienstag eine einstweilige Verfügung gegen das Abhalten der Stichwahl für ungültig erklärt. Diese war am Samstag von einer niedrigeren Instanz nach Beschwerden der Regierungspartei APC über angebliche Unregelmäßigkeiten erlassen worden.

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Wahlen im bitterarmen Sierra-Leone stehen an

Bei der Auszählung der ersten Runde vom 7. März wurden Vorwürfe wegen Unregelmäßigkeiten laut. Stimmzettel in 154 Wahlkreisen wurden nachgezählt, Ergebnisse in 221 Wahlbezirken annulliert, weil mehr Stimmen abgegeben wurden als Wähler registriert waren. Wahlbeobachter kritisierten zudem eine Atmosphäre von Angst und Einschüchterung. Amnesty International rief dazu auf, vor der Stichwahl die volle Meinungsfreiheit zu garantieren.

kle/qu (dpa, epd, rtre, afpe, ape)

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