Präsident stürmt auf den Platz: Spielabbruch | Fußball | DW | 12.03.2018
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Fußball

Präsident stürmt auf den Platz: Spielabbruch

Weil ihm eine Schiedsrichterentscheidung nicht passt, geht PAOK Saloniki-Besitzer Savvidis bewaffnet auf den Platz und droht Referee und Gegner. Gegen ihn wird Haftbefehl erlassen. Griechische Meisterschaft abgebrochen.

Die Staatsanwaltschaft der griechischen Hafenstadt Thessaloniki hat am Montagmorgen einen Haftbefehl gegen den Besitzer des Spitzenvereins PAOK Saloniki, Iwan Savvidis, erlassen. Der Unternehmer hatte am Vorabend den Abbruch des Fußball-Traditionsduells zwischen Paok Saloniki und AEK Athen verursacht, als er aus Protest gegen eine Abseits-Entscheidung aufs Spielfeld ging und dabei eine Pistole an seinem Gürtel trug. Dies teilte die Polizei in Athen mit. Der griechische Vizeminister zuständig für Sport, Giorgos Vasiliadis, hatte nach dem Abbruch des Spiels erklärt: "Die Bilder mit Funktionären, die bewaffnet auf das Spielfeld gehen, werfen uns viele Jahre zurück". 

Die griechische Meisterschaft ist nun abgebrochen worden. "Dies gilt für unbestimmte Zeit", sagte Vasiliadis nach einem Treffen mit Regierungschef Alexis Tsipras im griechischen Fernsehen. "In der nächsten Zeit wird es Treffen und Beratungen mit dem Fußballverband, den Vereinen und der UEFA geben", fügte Vasiliadis hinzu. 

Das Top-Spiel zwischen PAOK Saloniki und AEK Athen war am späten Sonntagabend in der letzten Spielminute abgebrochen worden. Der Schiedsrichter hatte kurz zuvor ein Tor von Paok wegen einer Abseitsstellung nicht gegeben. Daraufhin stürmte Besitzer und Paik-Präsident Savvidis auf das Spielfeld und bedrohte Schiedsrichter und Gegner. Das Staatsfernsehen zeigte zudem Bilder des Klubchefs, der eine Pistole an seinem Gürtel trug, als er auf den Platz rannte.

Der Schiedsrichter und seine Assistenten flüchteten in die Kabinen. Mehr als zwei Stunden nach Abbruch des Spiels änderte der Referee nach Medienberichten seine Meinung und erklärte den Kapitänen der beiden Teams in den Kabinen, das Tor zähle doch. Die Mannschaft von AEK weigerte sich daraufhin, für die restlichen zu spielenden Minuten der Nachspielzeit auf das Feld zurückzukehren. Der Fall muss nun von der griechischen Sportjustiz geklärt werden. AEK Athen führte bis zu diesem Spiel die Tabelle mit 54 Punkten und zwei Zählern Vorsprung auf Paok an.

Griechenland Fußball FC PAOK Saloniki - FC AEK Athen (Imago/A. Djorovic)

AEK Athens Torwart Vasilios Barkas versucht in die Umkleidekabine zu gelangen

Der griechische Fußballverband (EPO) hatte erst am Sonntag eine Strafe gegen PAOK wieder reduziert. Die Berufungskommission machte den Abzug von drei Meisterschaftspunkten rückgängig, zudem wurde der Zuschauerausschluss für zwei Spiele annulliert. Die Geldstrafe in Höhe von 30.000 Euro bleibt aber bestehen. Am 25. Februar war es während des Spiels gegen Olympiakos Piräus zu dem bestraften Zwischenfall gekommen. Gäste-Trainer Oscar Garcia war von einem aus dem Publikum geworfenen Gegenstand am Kopf getroffen wurde.

Im Anschluss hatten wütende PAOK-Fans das TV-Studio des staatlichen Senders ERT 3 gestürmt. Der Moderator wurde gezwungen, fünf Minuten lang ein Protestschreiben zu verlesen. Darin stand unter anderem, die Strafe sei "der größte Sportskandal der Geschichte". Die Fans verließen das Fernsehstudio jedoch friedlich, niemand wurde festgenommen.

sw/ck (dpa, sid)