Powell beflügelt Zinsfantasien | Aktuell Amerika | DW | 10.07.2019
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US-Notenbank

Powell beflügelt Zinsfantasien

Der Washingtoner Zentralbank-Chef wird von Donald Trump regelmäßig dafür kritisiert, dass er der Wirtschaft angeblich zu hohe Zinsen zumutet. Nun sendet Jerome Powell Signale, die den US-Präsidenten erfreuen dürften.

Jerome Powell (l.) und Donald Trump (picture-alliance/AP Photo/P. M. Monsivais)

Sehen sich gegenseitig kritisch: Jerome Powell (l.) und Donald Trump (Archivfoto)

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) steuert auf die erste Zinssenkung seit der Finanzkrise vor gut zehn Jahren zu. Bei einer Anhörung vor dem Kongress in Washington nährte Fed-Chef Jerome Powell Hoffnungen, dass die Notenbank Ende des Monats die geldpolitischen Zügel lockern wird.

Die Fed stehe bereit, "angemessen zu handeln", um nachhaltiges Wachstum zu sichern, erklärte Powell vor dem Ausschuss für Finanzdienstleistungen des Repräsentantenhauses. Der Handelskonflikt und die schwache Weltwirtschaft lasteten weiter auf dem Konjunkturausblick, warnte Powell. Hinzu komme die Gefahr, dass sich die gedämpfte Inflation noch hartnäckiger halten könne als erwartet und sich somit nicht als vorübergehendes Phänomen erweise. Zudem hätten sich Investitionen "spürbar verlangsamt".

USA Finanzkurs - Federal Reserve - US-Notenbank (picture alliance/Zuma Wire/C. Myers)

Hält die geldpolitischen Zügel in der Hand: die Federal Reserve in Washington D.C.

Börsen legen zu

An den Märkten gilt eine Zinssenkung um einen Viertel Prozentpunkt am 31. Juli - nach zwischenzeitlichen Zweifeln - nun wieder als ausgemachte Sache, was am Mittwoch auch die Wall Street beflügelte. 2018 hatte die Fed den Schlüsselsatz vier Mal angehoben - zuletzt im Dezember auf die Spanne von 2,25 bis 2,5 Prozent - bevor sie eine Pause einlegte.

US-Präsident Donald Trump wirft der Fed immer wieder vor, mit zu hohen Zinsen den Aufschwung in den Vereinigten Staaten zu gefährden. Er hält die unabhängigen Währungshüter nach eigenen Angaben für inkompetent. Trump ist zudem der Ansicht, dass er Powell absetzen könnte, auch wenn er dies derzeit nicht vorhabe.

Rücktritt kein Thema

Vom Kongress-Ausschuss wurde Powell denn auch gefragt: Würde er seinen Posten nach einer entsprechenden Aufforderung von Trump räumen? "Das würde ich nicht tun. Meine Antwort wäre nein", betonte Powell am Mittwoch. Das Gesetz sehe ein vierjähriges Mandat für den Fed-Chef vor. "Ich beabsichtige voll und ganz es zu erfüllen." 

wa/hk (rtr, dpa)

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